Salzgitter 

Salzgitter: Schulen sollen wieder öffnen – doch die Schulleiter stehen vor diesem Problem

In Salzgitter geht der Schulbetrieb am Montag langsam wieder los. Nicht alles hat in der Vorbereitung reibungslos geklappt. 
 (Symbolbild)
In Salzgitter geht der Schulbetrieb am Montag langsam wieder los. Nicht alles hat in der Vorbereitung reibungslos geklappt. (Symbolbild)
Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Salzgitter. Für 1.079 Schüler in Salzgitter startet am kommenden Montag der Unterricht wieder – zunächst sind die Abschlussklassen in den weiterführenden Schulen dran, eine Woche später folgen dann noch mal etwa 1.000 Viertklässler.

Für die Stadt Salzgitter und alle Beteiligten ist das Anfahren des Schulbetriebs eine enorme Herausforderung. Das betonte auch Oberbürgermeister Frank Klingebiel am Freitag noch einmal.

Schulbetrieb in Salzgitter startet

Zusammen mit den Schulleitern habe man alle notwendigen organisatorischen und hygienischen Maßnahmen getroffen, die für einen sicheren Schulbetrieb unter den Bedingungen der Corona-Pandemie erforderlich sind, hieß es aus dem Rathaus in Salzgitter.

Besonders schwierig sei es in der Kürze der Zeit gewesen, alle notwendigen Hygienematerialien zu besorgen. Die Nachfrage sei immens. Das gelte auch für Dinge wie Absperrband.

Schuldezernent bittet Schulleiter um Mithilfe

Schuldezernent Dirk Härdrich sagte im Gespräch mit news38.de, dass leider noch nicht alles da sei, was man bei einem Großhändler bestellt habe. Während es beim Desinfektionsmittel keine Probleme gegeben habe, hapere es noch bei der nötigen Seife für die Klassenräume.

Daher habe man die Schulleiter darum gebeten, übergangsweise selbst Seife und Seifenspender zu besorgen und zur Verfügung zu stellen. Dass das sicher nicht allen gefalle, sei ihm klar, so der SPD-Politiker. Finanziert werde alles aus dem Schulbudget.

Ja, vielleicht hätte man sich eher darum kümmern können, gibt er zu. „Wir hätten das auf gut Glück eher bestellen können, aber selbst dann ist ja nicht gesagt, dass es dann pünktlich hier ist“, sagt der Schuldezernent, um möglichen Vorwürfen vorzubeugen. In den letzten Wochen habe man bewusst Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeheimen den Vorrang gelassen.

Kultusministerium Niedersachsen mit Musterhygieneplan

In dem Musterhygieneplan des niedersächsischen Kultusministeriums gebe es ja noch weitere Maßnahmen. Auch die hätten erstmal geregelt werden müssen.

Dazu gehören beispielsweise besondere Reinigungsmaßnahmen im Vergleich zur routinemäßigen Reinigung der Schulen. So müssen Handläufe, Türgriff, Tische und Stühle häufiger abgewischt werden und Toilettenanlagen müssen noch gründlicher gereinigt werden.

„Unter diesen außergewöhnlichen Bedingungen werden wir zusammen mit den Schulen in den kommenden Tagen und Wochen immer wieder ergänzende und nachsteuernde Maßnahmen treffen müssen. Für diese so noch nie dagewesene Situation gibt es nämlich keine Erfahrungswerte“, ergänzt Härdrich.

Lehrerverband kritisiert mangelnde Hygiene an Schulen

Der Verband niedersächsischer Lehrkräfte hat den Hygieneplan bereits kritisiert. Ein sicherer Schulstart am Montag sei damit nicht zu gewährleisten, sagte der Vorsitzende des Verbands, Torsten Neumann, am Freitag. An zahlreichen Schulen seien die Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus „beim besten Willen in dieser kurzen Zeit“ nicht umsetzbar gewesen.

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„Es gibt Schulen, die in den Klassenzimmern gar keine Waschbecken mehr haben“, sagte Neumann. „Von warmem Wasser selbst auf Toiletten können die meisten Schulen nur träumen.“ Den Verzicht auf Mund-und-Nasen-Bedeckungen für Schüler und Lehrer im Hygieneplan bezeichnete er als „nicht durchdacht“. (ck mit dpa)