Salzgitter 

Salzgitter AG: Corona-Watsche für Aktionäre! Und von wegen Fusion mit Thyssen...

Salzgitter-Chef Heinz Jörg Fuhrmann (Archivbild).
Salzgitter-Chef Heinz Jörg Fuhrmann (Archivbild).
Foto: Silas Stein/dpa

Salzgitter. Die Aktionäre des Stahlkonzerns Salzgitter müssen in diesem Jahr auf eine Gewinnbeteiligung verzichten – wegen der schwierigen Lage für Unternehmen und Konjunktur spuckt der Konzern keine Dividende aus.

Gleichzeitig schiebt der Salzgitter-Boss angeblichen Fusions-Plänen mit dem Konkurrenten Thyssenkrupp den Riegel vor.

Salzgitter AG verzichtet auf Dividende

„Angesichts der spürbar negativen Auswirkungen der Corona-Krise auf den Geschäftsverlauf des Salzgitter-Konzerns halten Vorstand und Aufsichtsrat die Ausschüttung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2019 nicht für angemessen“, sagte Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann am Mittwoch.

Im Mai hatte der Stahlhersteller angekündigt, dass erstmals seit dem Börsengang 1998 keine Auszahlung vorgeschlagen werden soll. Jetzt stimmte die Hauptversammlung mit deutlicher Mehrheit zu.

Salzgitter mit Mega-Verlust

Salzgitter hatte wegen hoher Abschreibungen sowie Umbaukosten im Geschäftsjahr 2019 einen beträchtlichen Verlust verbucht. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 237,3 Millionen Euro - ein Jahr zuvor hatte noch ein Gewinn von knapp 278 Millionen Euro in der Bilanz gestanden. Bereinigt um Sonderfaktoren lag das Ergebnis vor Steuern bei 143 Millionen Euro und damit im Rahmen der Konzernprognose.

+++ Salzgitter AG: Unruhe bei Mitarbeitern wegen Corona – Konzern erklärt: „Unsere Möglichkeiten sind begrenzt“ +++

Ein schwacher Stahlmarkt hatte die Zahlen im ersten Quartal 2020 aber weiter gedrückt. Dabei fiel ein Nettoverlust von 43,7 Millionen Euro an, nach einem Plus von fast 97 Millionen Euro im Vorjahr.

Fuhrmann: Jeder Versuch ist Spekulation

Bisher hatte die Viruskrise zwar nur begrenzte Auswirkungen, sie wird sich nach Einschätzung der Konzernführung jedoch in den kommenden Quartalen niederschlagen. Zuletzt rechnete Salzgitter daher für 2020 mit einem „beträchtlichen, sehr wahrscheinlich dreistelligen“ Millionen-Euro-Verlust und einem „merklich“ reduzierten Umsatz.

+++ Salzgitter AG: Kartellamt fällt Urteil – Hammer-Strafe gegen Stahl-Tochter +++

Eine genauere Prognose ist aus Sicht des Konzerns nicht möglich. Aufgrund der vielen denkbaren Szenarien sei jeder Versuch Spekulation, sagte Fuhrmann bei der Online-Hauptversammlung.

Salzgitter AG: Absage an Thyssenkrupp

Mit Blick auf Spekulationen über eine Fusion etwa mit dem Konkurrenten Thyssenkrupp bekräftigte der Salzgitter-Chef: „Wir sehen aktuell kein Szenario, das unsere Situation im Vergleich zur Eigenständigkeit verbessern würde.“ Er wolle hervorheben, dass der Konzern selbst in dieser turbulenten Zeit keinerlei Anlass für kurzfristigen Aktionismus sehe und keinen Druck – von welcher Seite auch immer – verspüre.

Man fühle sich zwar von den Diskussionen geschmeichelt. „Es könnte uns ja freuen, dass unser Unternehmen regelmäßig als Partner für Fusionsszenarien ins Spiel gebracht wird - das spricht für die Attraktivität und Solidität der Salzgitter AG", sagte Fuhrmann am Mittwoch laut „finanzen.net“.

+++ Flughafen Hannover: Mann will in die Türkei reisen – doch dann kommt alles ganz anders +++

Partnerschaft zwischen Salzgitter AG und Thyssenkrupp denkbar

Nicht ausschließen wollte Fuhrmann allerdings eine zukünftige Partnerschaft, wenn diese der Salzgitter AG einen Vorteil bringen würde.

--------------------

Das ist die Salzgitter AG:

  • Der Stahlkonzern besteht aus mehr als 100 Einzelunternehmen
  • Gemeinsam erzielten sie 2018 einen Umsatz von rund 9,3 Milliarden Euro
  • Mehr als 25.000 Menschen sind dort weltweit beschäftigt
  • Die Salzgitter AG nimmt eine weltweite Spitzenposition im Bereich der Röhren ein

--------------------

Thyssenkrupp schließt hingegen den Verkauf einer Mehrheit des Stahlgeschäfts nicht aus. Ein Bündnis mit der Salzgitter AG sei daher eine Option für den Konzern.

-------------------

Mehr Themen:

-------------------

Zuspruch gibt es für diese Idee einer „Deutsche Stahl AG“ von der IG Metall. (vh/ck/mit dpa)