Salzgitter 

Aldi in Salzgitter: Bauern blockieren Lager trotz Corona-Krise – das ist der Grund

Bauern haben das Lager von Aldi in Salzgitter-Bad blockiert.
Bauern haben das Lager von Aldi in Salzgitter-Bad blockiert.
Foto: imago images/Gottfried Czepluch/Rudolf Karliczek

Salzgitter. Bauern haben am frühen Montagmorgen das Aldi-Lager in Salzgitter Bad blockiert – schon wieder!

Mehr als zwei Stunden haben sie die Auslieferungen verhindert. Auch die Polizei war vor dem Aldi-Lager in Salzgitter vor Ort.

Aldi in Salzgitter: Bauern haben konkrete Forderungen

Es ist gerade Mal eine Woche her, dass Bauern vor dem Aldi-Lager in Salzgitter standen. Nun sind sie erneut mit ihren Traktoren angerollt. Circa 30 Traktoren und Schlepper sollen an der Aktion beteiligt gewesen sein.

Die Bauern möchten mit ihrem Protest auf das Preisdumping aufmerksam machen, erzählt ein Bauer aus Salzgitter. „Aldi kauft die Produkte billig von den Abnehmern ein, um sie weiter profitabel zu verkaufen. Aldi könnte aber auch Einfluss auf die Erzeugerpreise nehmen“, betont der Landwirt aus Salzgitter.

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Aldi in Salzgitter: Das fordern die Bauern

Die Bauern hatten dem Konzern wohl eine Frist bis zum 1. November gesetzt, um die Situation mit den Erzeugern und die Erzeugerpreise zu verbessern. Da es jedoch keine Gespräche gegeben habe, haben sich die Bauern erneut dazu gezwungen gesehen, ihren Protest fortzuführen.

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Das ist die Stadt Salzgitter:

  • wurde 1942 gegründet
  • ist eine Großstadt mit 104.291 Einwohnern (Stand: Dezember 2019)
  • besteht aus sieben Ortschaften und 31 Stadtteilen
  • Oberbürgermeister ist Frank Klingelbiel (CDU)

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Aldi ist allerdings nicht der einzige Discounter, über den die Bauern klagen. Auch die Handelsketten Lidl, Rewe und Edeka würden eine ähnliche Schiene fahren.

Doch was sagt Aldi zu den Vorwürfen der Bauern?

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Salzgitter: Das sagt Aldi zu den Vorwürfen

Auf Nachfrage von news38 erklärt ein Sprecher von Aldi Nord: „Dem Vorwurf von Dumpingpreisen widersprechen wir für Aldi Nord entschieden.“ Das Unternehmen sei Teil einer komplexen Lieferkette, heißt es weiter. Demnach sei die Lage der Landwirtschaft ein Thema aller Beteiligten der Wertschöpfungskette sowie der Politik.

Vor allem landwirtschaftliche Produkte wie Milch oder Fleisch würden Preisschwankungen unterliegen, weil sie am Weltmarkt gehandelt würden.

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„Um die Situation der Landwirte zu verbessern, müssen aus unserer Sicht insbesondere die rahmenschaffende Politik, die lebensmittelverarbeitende Industrie (wie zum Beispiel Molkereien) sowie die Verbraucher miteinbezogen werden“, erklärt Aldi Nord weiter. Das Unternehmen suche regelmäßig den Dialog mit allen Beteiligten eben jener Wertschöpfungskette genau so wie mit den Landwirten. „Nur so sind für uns nachhaltige, machbare Lösungen zu erreichen, die am Ende auch Kunden mittragen müssen“, heißt es abschließend. (abr mit dpa)