Salzgitter 

Salzgitter: IG Metall fordert Ende von „Schacht Konrad“ – „Menschen haben ein Recht darauf“

Nicht mehr lange soll dieser der Schacht Konrad in Salzgitter zu bewundern sein. (Symbolbild)
Nicht mehr lange soll dieser der Schacht Konrad in Salzgitter zu bewundern sein. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / Frank Sorge

Salzgitter. Das alte Eisenerzbergwerk Schacht Konrad in Salzgittern soll nicht zu einem Atommüllendlager ausgebaut werden.

Das findet nicht nur Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, sondern auch die Mehrheit der Delegierten in der Bezirkskonferenz des IG Metall am Donnerstag. Sie fordern das Ende von Schacht Konrad in Salzgitter.

Salzgitter: IG Metall fordert Ende von Schacht Karl

Bereits in den 70er-Jahren habe es kein Standortauswahlverfahren gegeben „und auf der Basis heutiger Vorgaben würde mit großer Sicherheit keine Genehmigung erfolgen. Schacht Konrad ist brandgefährlich: Ein Atommülllager auf Basis völlig veralteter Daten und Anforderungen, mitten im industriellen Herzen Niedersachsens, in einem so dicht besiedelten Raum wie in Südostniedersachsen in Betrieb zu nehmen, ist unverantwortlich!“

Weiter heißt es: „Wir erwarten, dass die Niedersächsische Landesregierung sich für ein Ende von Schacht Konrad mit entschiedener Konsequenz einsetzt!“

Matthias Wilhelm, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Salzgitter-Peine, stimmt der Forderung zu.

Er findet: „Auch die Menschen in unserer Region haben ein Recht darauf, dass für die Eignung des Standortes als Atommüllendlager, die gleichen Sicherheitsbestimmungen angewandt werden, wie sie für jeden anderen Standort Anwendung fänden“.

Für ihn gibt es keine andere Option, als das Ende des Schachts: „Allein die Summe aller Änderungsanträge, die nach der Genehmigung des Planfeststellungsverfahrens von den zuständigen Betreibern eingereicht worden sind, zeugen von der Unhaltbarkeit des Standortes. Eine gänzlich neue Überprüfung der Eignung ist längst überfällig“, erklärt er.

Deutliche Worte an die Landesregierung

Nun fordern sie den Niedersächsischen Umweltminister dazu auf, die Genehmigung für Schacht Konrad aufzuheben und für alle Arten radioaktiver Abfälle ein transparentes Standortauswahlverfahren durchzuführen.

Die Gewerkschaftler sind zudem nicht allein: Zahlreiche Umweltverbänden und verschiedenen Initiativen unterstützen die Entscheidung und starteten bereits Unterschriftenkampagne. Mit dieser wollen sie den Antrag von den Umweltverbänden Bund und NABU unterstützen.

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Das ist die Stadt Salzgitter:

  • wurde 1942 gegründet
  • ist eine Großstadt mit 104.291 Einwohnern (Stand: Dezember 2019)
  • besteht aus sieben Ortschaften und 31 Stadtteilen
  • Oberbürgermeister ist Frank Klingelbiel (CDU)

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Salzgitter: IG-Metall ruft zur Unterstützung auf

Um das Ende von Schacht Konrad zu beschleunigen ruft die IG-Metall nun alle Menschen aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt dazu auf, die Unterschriftenkampagne zu unterstützen.

Die Unterschriften sollen dem IG Metall Salzgitter-Peine dann bis zum 31. August diesen Jahres zurückgesendet werden. Auch Online ist das Unterzeichnen allerdings möglich.

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Für IG Metall steht das Ziel fest: „Schacht Konrad ist alt, marode und ungeeignet. Nach Gorleben muss auch Schacht Konrad aufgegeben werden!“ (mbe)