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Salzgitter: Kaputter Fahrstuhl kostet Seniorin das Weihnachts-Fest – doch niemanden kümmert es

Ein kaputter Fahrstuhl ruiniert einer Seniorin aus Salzgitter das Weihnachtsfest – doch niemanden kümmert es. Hier mehr lesen!

© Rudolf Karliczek

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Es ist Donnerstag, der 10. November als Frau Spruth mit dem Fahrstuhl aus dem sechsten Stock ins Erdgeschoss fahren möchte. Am Aufzug trifft sie auf einen freundlichen Mitarbeiter vom Schindler-Fahrstuhlservice. „Möchten sie noch einmal mit runterfahren“, fragt er sie, während er Service-Schilder an der Fahrstuhl-Tür befestigt.

Dass es tatsächlich ihre letzte Fahrt sein sollte, ahnt sie an diesem Morgen noch nicht. Als sie am späten Nachmittag nach Hause kommt, darf sie die 90 Stufen nach oben zu ihrer Wohnung laufen. Ein kurzer Hinweis an der Fahrstuhltür mit der Aufschrift „Außer Betrieb“, muss für alle Hausbewohner erst einmal reichen.

Salzgitter: Defekter Fahrstuhl sorgt für Ärger

Fast zwei Wochen später (23. November) – der Fahrstuhl steht noch immer. Eine Mitteilung der Hausverwaltung Harte erreicht die Bewohner des Mehrfamilienhauses in der Gerhard Hauptmann Straße 87 in Salzgitter. Hoffnungsvolle Vorfreude macht sich breit. Die Reparaturen sollen am 1. und 2. Dezember durchgeführt werden.

Wegen einer Knie-OP habe Frau Spruth eine Woche in ihrem Gartenhaus wohnen müssen. Ihr Orthopäde hat angeraten keine Treppen runterzusteigen, aber auch der kleine Hund muss öfter mal raus. Anschließend, habe sie sich in der „Harzlodge“ bei Goslar einquartiert. Doch wohin jetzt? Bis zu den Reparaturen muss sie noch eine weitere Woche überbrücken. Also auf zur Tochter nach Helmstedt.

Salzgitter
Frau Spruth wartet seit Wochen auf die Reparatur des Fahrstuhls in ihrem Wohnhaus in Salzgitter. Foto: Rudolf Karliczek

Donnerstag, der 1.Dezember – das lang erwartete Ersatzteil, eine Treibscheibe, scheint angekommen zu sein. Auf dem Hof stehen Fahrzeuge des Fahrstuhlservice Schindler. Die Hoffnung ist groß. Doch nichts tut sich. Der Fahrstuhl in der Gerhard Hauptmann Straße 87 ist immer noch außer Betrieb. Die Nachfrage bei der Hotline der Firma bleibt ohne Ergebnis – über den Servicefall sei dort nichts bekannt.

Salzgitter: Nichts tut sich

Frau Spruth ist wütend und sieht das gemütliche Weihnachtsfest in ihrer Wohnung in Gefahr. Am 5. Dezember fragt sie deshalb bei der Hausverwaltung nach. Doch die erklärt, dass der Fahrstuhl nicht mehr reparabel sei. Es müsse eine Teilmoderniesierung oder gleich ein neuer Fahrstuhl her. Doch zunächst müsse ein Fachmann die Lage prüfen, außerdem seien die Lieferketten unterbrochen und letztendlich müsse der neue Fahrstuhl auch noch von dem Eigentümer abgesegnet werden. Das wird dauern. Nach Angaben der Hausverwaltung Harte etwa sechs bis neun Monate.


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Frau Spruth ist nicht die Einzige, die unter den Zuständen in ihrem Wohnhaus leidet. Einige ihrer Nachbarn seien wegen ihres Alters oder einer Krankheit auf den Fahrstuhl angewiesen. Der Frust ist groß, die fehlenden Informationen bereiten Kummer und die Bewohner des Hauses sind ratlos: „Wie kann es sein, das man in Deutschland keinen Fahrstuhl reparieren kann?“ Frau Spruth jedenfalls, ist nach dieser Tortur, die Lust auf Weihnachten vergangen.