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Vor Dopingkontrollen gewarnt - Kenia wirft Leichtathletik-Chef raus

Kenias Präsident Uhuru Kenyatta posierte bei der Verabschiedung des kenianischen Teams nach Rio mit den Athleten und Funktionären - darunter der jetzt suspendierte Leichtathletik-Chef Michael Rotich (rechter Kreis) und 800-Meter-Champion David Rudisha.
Kenias Präsident Uhuru Kenyatta posierte bei der Verabschiedung des kenianischen Teams nach Rio mit den Athleten und Funktionären - darunter der jetzt suspendierte Leichtathletik-Chef Michael Rotich (rechter Kreis) und 800-Meter-Champion David Rudisha.
Foto: Twitter
  • Beihilfe zum Doping: Kenia wirft Leichtathletik-Chef raus.
  • Gegen Geld vor Kontrollen gewarnt.
  • Brasilien im Zwielicht: Doping-Kontrollen eingestellt.

Rio de Janeiro. Nach der Doping-Affäre um Russlands Athletzen sorgen nun Kenia und Olympia-Gastgeber Brasilien für Unruhe und Besorgnis während der Rio-Spiele. Kenias Leichtathletik-Chef Michael Rotich musste sein Zimmer im olympischen Dorf wegen des Verdachts auf Doping-Beihilfe verlassen.

"Wir haben sofort reagiert und den Teammanager zurückgezogen, so dass wir untersuchen können, welche Rolle er spielt", bestätigte Evans Bosire, Sprecher des nationalen Verbandes Athletics Kenya (AK) der "Sunday Times".

Gegen Geld vor Dopingkontrollen gewarnt?

Spitzenfunktionär Rotich war am Samstag, 6. August, in einem in Zusammenarbeit der englischen Zeitung mit der ARD entstandenen Fernsehbericht beschuldigt worden, gegen Geldzahlungen Sportlern seines Landes verraten zu haben, wann sie Dopingkontrollen zu erwarten haben. In dem Film wird Rotich gezeigt, wie er in einem mit versteckter Kamera gefilmten Gespräch sagt, dass er zwölf Stunden vorher wisse, wann Dopingtests stattfinden würden.

Auf die Frage, ob er dieses Wissen für drei Monate gegen eine Pauschale von 9.000 Pfund (rund 10.600 Euro) weitergeben würde, antwortete er: "Sagen wir 10.000 Pfund."

Ermittlungen gegen weitere Funktionäre

Er ist nicht der einzige Leichtathletik-Funktionär des Landes, gegen den im Zusammenhang mit Doping und Betrug Untersuchungen laufen. Außerdem wird zurzeit gegen drei Offizielle ermittelt: gegen das frühere Council-Mitglied des Weltverbandes IAAF, David Okeyo, den ehemaligen AK-Präsidenten Isaiah Kiplagat und den Ex-Schatzmeister Joseph Kinyua.

Brasilien hat Doping-Kontrollen eingestellt

Für große Verwunderung sorgt unterdessen, dass Olympia-Gastgeber Brasilien kurz vor den Sommerspielen für einen Monat die Dopingtests eingestellt hat. Einen entsprechenden Bericht der britischen Zeitung "Times" bestätigte das Sportministerium.

Das Internationale Olympische Komitee, das im russischen Doping-Skandal unter Druck geraten ist, findet diese Kontrolllücke nicht so erheblich. "Wir vertrauen sehr darauf, dass die Brasilianer ordnungsgemäß getestet wurden", sagte IOC-Sprecher Mark Adams.