Sport 

Tennis: Gold-Traum geplatzt - Kerber bleibt Silber

Angelique Kerber unterlag der Puerto Ricanerin Monica Puig - und musste ihren Traum vom Gold aufgeben. Ihr blieb Silber.
Angelique Kerber unterlag der Puerto Ricanerin Monica Puig - und musste ihren Traum vom Gold aufgeben. Ihr blieb Silber.
Foto: dpa

Rio de Janeiro.  Emotionslos spazierte Angelique Kerber vom Platz, Sensations-Olympiasiegerin Monica Puig wedelte mit der Fahne Puerto Ricos herum und gab das erste Interview. Deutschlands Nummer eins hat die große Gold-Chance im olympischen Tennis-Turnier nicht nutzen können und den ersten deutschen Einzel-Triumph seit Steffi Graf gegen eine Außenseiterin verspielt. Kerber unterlag Puig in der Nacht zum Sonntag, 14. August, in Rio de Janeiro 4:6, 6:4, 1:6.

"Das ist natürlich nicht die Medaille, die ich mir gewünscht habe", sagte die unterlegene Finalistin. "Ich bin rausgegangen, um Gold zu gewinnen und habe es nicht geschafft. Ich bin traurig, aber trotzdem stolz, wie ich die Woche gemeistert habe."

Erstes Gold für Puerto Rico

Trotz einer kämpferisch überzeugenden Vorstellung reichte es für die 28-Jährige nicht zum zweiten großen Titel nach den Australian Open. Puig zeigte dagegen eine weitere starke Leistung und krönte sich zur ersten Olympiasiegerin in Puerto Ricos Geschichte. "Das Glück war sicher auf ihrer Seite heute", sagte Kerber. Sie packte schon ihre Tasche, während die 22-Jährige auf dem Centre Court niederkniete und sich ungläubig an den Kopf fasste. "Das ist unglaublich. Ich weiß, dass sich mein Leben von jetzt an etwas ändern wird", so Puig.

Die von ihr ersehnte goldene Plakette bekam die gerührte Puig umgehängt. In Deutschland war es schon weit nach Mitternacht, als die Weltranglisten-Zweite aus Kiel ihre Medaille im Empfang nahm. Der nicht hundertprozentig fit wirkenden Kerber blieb Silber, wie schon Tommy Haas 2000 in Sydney sowie dem Doppel Rainer Schüttler und Nicolas Kiefer 2004. Nach Graf 1988 hatte auch das Doppel Boris Becker und Michael Stich 1992 ganz oben auf dem Podest gestanden.

Das gelang Kerber nicht. "Ich hoffe, dass das eine Chance ist, die ich nutzen werde", hatte sie nach ihrem Halbfinal-Erfolg noch erklärt - die Hoffnung erfüllte sich nicht.