Eintracht Braunschweig 

Eintrachts (Problem-)Fans: Lieberknecht will versöhnen

Viele Eintracht-Fans wollten hören, was Trainer und Mannschaftskapitän zu sagen haben.
Viele Eintracht-Fans wollten hören, was Trainer und Mannschaftskapitän zu sagen haben.
Foto: Christopher Kulling

Braunschweig. Kann die Eintracht in der neuen Saison schaffen, was sie in der Spielzeit 2016/17 in der Relegation verpasst hat? Auch wenn der Auftritt der Löwen seit Saisonstart alles andere als der eines Spitzenteams ist: "Die Löwen greifen wieder an", lautete am Dienstagabend das Motto - und damit das Versprechen - des ersten BZ-Sportclubs im BZV-Medienhaus.

Trainer Torsten Lieberknecht und Kapitän Ken Reichel standen Rede und Antwort - und machten eines ganz deutlich: Aus ihrer Sicht entscheidet nicht nur die Form der Spieler über Spitzenplatz oder Tabellen-Mittelfeld - auch die Stimmung sei entscheidend.

Ach, wie war das schön...

"Mein größter Wunsch: Dass die Stimmung nochmal so wird wie in der ersten Halbzeit gegen den VfL", unterstrich der Chefcoach und spielte damit an auf die Relegation gegen die letztlich erfolgreichen Wolfsburger.

Dass die Stimmung nachher kippte und Eintracht-Chaoten nach dem Aus von Eintrachts Bundesliga-Träumen den Platz stürmten, spielte aber auch eine Rolle. Schließlich war spätestens zu diesem Zeitpunkt der Druck auf den Verein groß, einen klaren Trennstrich zu ziehen zwischen Eintracht auf der einen und Chaoten auf der anderen Seite.

Coach als Versöhner?

Lieberknecht will diesen Trennstrich nicht: "Wir brauchen jeden einzelnen: Cattiva, Ultras." Gleichwohl müsse sich der Verein kümmern - man dürfe nicht ausgrenzen, sondern müsse "im Dialog bleiben". Eintracht habe "besondere Fans" - doch dazu gehöre auch: "kritisch und laut".

Insgesamt sah Lieberknecht die zurückliegende Spielzeit und die Relegation - trotz des missglückten Wiederaufstieg im 50. Jahr der bislang einzigen Braunschweiger Meisterschaft - insgesamt positiv: "Bundesweit und teilweise welweit" habe der Auftritt der Eintracht Ansehen gebracht.

Dennoch knirscht es, wie auch Wortmeldungen aus dem Publikum deutlich machten: "Ich gehe seit Jahren ins Stadion. Hier geht es nicht ums Zündeln, nicht um die Ultras. Es geht um Kommunikation zwischen Verein und Fans" - und die stimme nicht.

Kapitän Reichel indes meinte: "Wir wünschen uns als Mannschaft auch eine Lösung. Das hilft uns. Der Wunsch des ganzen Vereins ist, guten Fußball zu sehen."

Das sagen die Fans

Doch viele Fans haben eine differenzierte Meinung zum Auftritt. So meint Florian Heinze auf Facebook: "Bin gespannt, wie Laberknecht die dauerhafte Erfolglosigkeit erklärt. Wie man hört, werden in Braunschweig alle Kritiker ja mundtot gemacht. Schöne neue Fußballwelt!"

Und Sandra Schieferdecker schreibt: "Also wenn ich das jetzt richtig verstanden habe erzählen die hier gerade Mist . .. den es war KEINE ULTRAS die den Böller geworfen haben. Sondern EINER aus Duisburg."

Christine Hansen indes ist der Meinung: "Wir können echt froh sein das wir Lieberknecht haben er hat uns sehr weit gebracht waren das erste mal nach 28 Jahren wieder in der Bundesliga und das hat kein anders vorher geschafft."