Eintracht Braunschweig 

Tacheles bei der Eintracht: Fans stellen Führung zur Rede

Foto: Eintracht Braunschweig/Twitter

Braunschweig. "Wir haben verstanden": Das ist die Kernbotschaft der Eintracht-Führung am Donnerstagabend bei der Generalaussprache mit mehr als 800 Fans des Braunschweiger Traditionsclubs. In einer über weite Strecken hitzigen und emotionalen Diskussion mussten sich Präsident Sebastian Ebel und Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt teilweise harsche Vorwürfe gefallen lassen.

Tenor der meisten Wortmeldungen: Viele Fans sind nicht nur mit dem Auftreten der Mannschaft in der neuen Saison unzufrieden - sie fühlen sich von der Vereinsführung "nicht mehr mitgenommen. Friss oder stirb, heißt es für uns Anhänger", wie es ein Teilnehmer im Anschluss beschrieb. Ein anderer kritisierte: "Wir haben als Eintracht-Fans das Gefühl, dass sich andere Vereine wie Union Berlin oder FC St. Pauli mehr für ihre Anhänger einsetzen."

Dritter Fanbeauftragter

Geschäftsführer Voigt sprach von einer "defensiven Kommunikationstaktik" gegenüber der Öffentlichkeit; doch der Eindruck täusche, dass sich Eintracht nicht für die Fans einsetze. Wenn auch hinter verschlossenen Türen, so habe der Verein doch beispielsweise in Verhandlungen mit Verbänden häufig versucht, drohende Strafen für Fans zu reduzieren.

Jedoch versprachen er und Präsident Ebel Besserung: "Offener diskutieren" sowie "mehr kommunizieren" wolle man künftig. Eine Maßnahme dafür soll sein, dass sich künftig drei statt wie bisher zwei Fanbeauftragte um die Verbindung zwischen Verein und Anhängern kümmern.

Monatelang hatte sich der Frust aufgestaut: Im Vorfeld hatte der Fanrat Braunschweit gemeinsam mit den Ultras die Resolution "Aufwachen Eintracht" gestartet; 116 Fanclubs haben sie inzwischen unterzeichnet.