Eintracht Braunschweig 

Schockstarre: Eintracht steigt ab!

Frederik Tingager nach seinem Fehler, der zum 2:5 führte.
Frederik Tingager nach seinem Fehler, der zum 2:5 führte.
Foto: Frank Molter/dpa

Kiel/Braunschweig. Das darf nicht wahr sein! Eintracht Braunschweig ist in die dritte Liga abgestiegen. Die Löwen verloren am Sonntagnachmittag bei Holstein Kiel mit 2:6 (2:4).

Weil zeitgleich Greuther Fürth 1:1 in Heidenheim spielte, landete der BTSV auf Platz 17. Aue geht in die Relegation.

Die Tore:

  • 1:0 Jan Hochscheidt (6.)
  • 1:1 Aaron Seydel (16.)
  • 2:1 Ken Reichel (19.)
  • 2:2 Steven Lewerenz (22.)
  • 2:3 Steven Lewerenz (29.)
  • 2:4 Rafael Czichos (33.)
  • 2:5 Steven Lewerenz (57.)
  • 2:6 Steven Lewerenz (60.)

Trainer Torsten Lieberknecht hatte nach dem schwachen Auftritt gegen den FC Ingolstadt gleich vierfach gewechselt. Für Robin Becker, Maximilian Sauer, Georg Teigl und Domi Kumbela starteten Niko Kijewski, Onur Bulut, Julius Biada und Suleiman Abdullahi. Der angeschlagene Jasmin Fejzic konnte spielen.

Hochscheidt macht das 1:0

Die Eintracht kam gut ins Spiel und setzte ein frühes Ausrufezeichen. Nach einem krassen Fehler der Kieler im Mittelfeld schnappte sich Jan Hochscheidt den Ball, tanzte gleich mehrere Kieler aus und schoss ins linke untere Eck - 1:0 für die Eintracht nach sechs Minuten. Die blau-gelbe Welt sah in Ordnung aus.

Comeback der Abstiegsangst

Das blieb aber nur zehn Minuten so. Direkt mit der ersten Holstein-Chance klingelte es im Kasten: Aaron Seydel setzte sich im Zentrum durch und wuchtete den Ball zum Ausgleich unter die Querlatte. Willkommen zurück, Abstiegsangst.

In der 19. Minute wendete sich das Blatt dann wieder: Julius Biada schickte Kapitän Ken Reichel - und der schließt lässig ab. Wieder unten links. Wieder Führung. 2:1 für die Löwen nach 19. Minuten!

Was dann passierte, kann womöglich ein Psychologe erklären. Wenn überhaupt. Anstatt selbstbewusst weiterzuspielen, brach die Eintracht zusammen. Die Eintracht-Abwehr verlor den Kieler Steven Lewerenz aus den Augen. Das nutzte der Offensivmann gnadenlos aus und wuchtete die Kugel zum erneuten Ausgleich ins Netz (22.).

Eintracht verspielt zwei Führungen

Kurz danach sah Eintracht-Verteidiger Gustav Valsvik die gelbe Karte; er hatte einen Schuss mit dem Arm abgeblockt. Aus dem folgenden Freistoß wurde nichts. Dann aber verlor Frederik Tingager den Ball, welcher wieder bei Lewerenz landete - der 26-Jährige fackelte nicht lang und machte in der 30. Minute das 2:3. Eintracht verspielte zwei Führungen. Wahnsinn.

Es sollte noch schlimmer kommen: Bei den Braunschweigern lief nichts mehr zusammen. Auch nicht in der Luft. Eine Flanke landete bei Rafael Czichos - der nickte die Kugel zum 2:4 ein. Unfassbar. Sechs Tore nach 33. Minuten. Vom BTSV war kaum noch was zu sehen; auch die Fans verstummten. "Torsten Lieberknecht muss die beste Halbzeit-Ansprache seiner Karriere halten", hieß es bei Sky.

Kumbela kommt für Abdullahi

Domi Kumbela kam in der zweiten Hälfte für den glücklosen "Manni" Abdullahi". Und mit ihm kam: nichts. Die Eintracht machte da weiter, wo sie in der ersten Hälfte aufgehört hatte. Und dann machte Greuther Fürth auch noch das 1:0 in Heidenheim - Eintracht rutschte auf den direkten Abstiegsplatz 17.

Lieberknecht wechselte Özkan Yildirim für Quirin Moll und Georg Teigl für Gustav Valsvik ein. Auch das brachte nichts: Tingager vertendelte den Ball und Lewerenz macht sein drittes Tor. Nach 57. Minuten steht es 2:5. Die Kieler Störche filetierten die Löwen; Lewerenz macht seinen vierten Treffer - 2:6 nach 60 Minuten.

Das 2:7 lag in der Luft, fiel aber nicht. Beide Teams hatten sich mit dem Ergebnis abgefunden. Zwar hatte die Eintracht noch Einschuss-Chancen. Kurz vor Schluss kam noch Hoffnung auf, weil Heidenheim das 1:1 gegen Fürth erzielte - mehr gab es dann aber nicht. Das war's. Eintracht muss runter. Noch auf dem Spielfeld flossen die Tränen, auch Torsten Lieberknecht weinte.

Fotos des Dramas: