Eintracht Braunschweig 

Eintracht-Fans gegen Rassismus und Diskriminierung: Wie offen ist die Kurve wirklich?

"Eintracht in Vielfalt", das ist das Credo der "Faninitiative gegen Rassismus und Diskriminierung" in Braunschweig (Archivbild).
"Eintracht in Vielfalt", das ist das Credo der "Faninitiative gegen Rassismus und Diskriminierung" in Braunschweig (Archivbild).
Foto: imago/Eibner

Braunschweig. Im Fanlager von Eintracht Braunschweig macht man sich Gedanken – diesmal geht es aber nicht um den Abstiegskampf in der Dritten Liga oder um Fußball an sich. Es geht um mehr: Um grundlegende Werte der Stadt und des Vereins.

Fan-Initiative von Eintracht Braunschweig meldet sich zu Wort

Die Braunschweiger "Fan-Initiative gegen Rassismus und Diskriminierung" hält den blau-gelben Anhängern den Spiegel vor, ohne dabei "moralisch überlegen" klingen zu wollen. Auch um politische Aktivität gehe es nicht.

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Zum Anlass nehmen die Fans den Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar, der - anders als bei anderen Vereinen - bei der Eintracht keinen Platz gefunden hätte: "Keine Worte des Gedenkens, keine Aktionen von uns, den Fans der Eintracht", schreibt die Initiative.

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"Wir tun doch genug!" – oder?

"Wir sollten uns alle einmal fragen, ob die Eintracht, wir alle, wirklich genug tun, rechtsextremen Bestrebungen den Raum zu nehmen und auch über Braunschweig hinaus eine sichtbar offene Kurve für alle zu sein", heißt es.

Keine Eintracht mit Nazis

Das "U-Bahn-Lied" werde zwar seltener gesungen, bliebe aber immer wieder unkommentiert. Rechte Fangruppen könnten in der Südkurve auftreten und ihre Banner präsentieren – wie zuletzt beim Spiel gegen Meppen.

Die Fan-Initiative kämpft aber auch gegen Diskriminierung in der Kurve. Den Gegner als "Homos" und weibliche Fans als "Fotzen" zu beschimpfen, das geht aus ihrer Sicht gar nicht.

Werte von Eintracht Braunschweig teilen

Dabei betont die Gruppe auch, dass sie nicht erwartet, dass jetzt jeder die Initiative unterstützt und sich aktiv einbringt. Es gehe darum, "das eigene und das um einen herum geschehene Verhalten im Stadion zu hinterfragen" – und, ob der Verein wirklich ausreichend aktiv ist.

Man müsse nicht "links" sein, um sich gegen Rassismus und Diskriminierung zu stellen. Allein Demokrat müsse man sein, die Werte von Eintracht Braunschweig zu teilen – "und wie gesagt, das sollten wir alle!" (ck)