Eintracht Braunschweig 

Eintracht Braunschweig: Rostock-Chaoten werfen mit Sitzen – jetzt spricht eine Augenzeugin

Gleich mehrere Sitzschalen flogen während des Spiels Eintracht Braunschweig gegen Hansa Rostock aus dem Gästeblock.
Gleich mehrere Sitzschalen flogen während des Spiels Eintracht Braunschweig gegen Hansa Rostock aus dem Gästeblock.
Foto: privat

Braunschweig. Beim Spiel zwischen Eintracht Braunschweig und Hansa Rostock ist es zu einem Zwischenfall gekommen. Hansa-Anhänger haben rund 45 Sitzschalen aus ihrer Verankerung gerissen und in den Innenraum des Eintracht-Stadions geworfen.

Eintracht Braunschweig: Sitze fliegen im Eintracht-Stadion

Laut Polizei Braunschweig nutzten die Rostocker den Moment aus, als am Gästeblock ein großes schwarzes Banner gegen das neue Polizeigesetz in Mecklenburg-Vorpommern ausgerollt wurde. Verletzt wurde durch die Wurf-Attacke zum Glück niemand.

Augenzeugin: „Was für eine schwachsinnige Aktion!“

„Plötzlich flogen die Sitzschalen über den Zaun. Echt erschreckend in dem Moment“, erzählt uns eine Zuschauerin, die die Aktion ganz aus der Nähe beobachtet hat.

„Ich hab dann nur gedacht: Was für eine schwachsinnige Aktion – die führen doch... Was wäre erst passiert, wenn die Eintracht vorn gelegen hätte und Rostock verloren hätte?! Einfach nur erschreckend. Denn es gab ja keinen Anlass dazu, die Sitzschalen raus zu reißen.“

Polizei Braunschweig ermittelt

Es wurde eine Strafanzeige gegen die Täter eingeleitet. „Die Ermittlungen zur Identifizierung der Verdächtigen dauern an“, teilte Braunschweigs Polizeisprecher Stefan Weinmeister auf news38.de-Nachfrage mit. Gleichzeitig dürfte das DFB-Sportgericht die Szenen sanktionieren.

Erstmal müssen die Löwen bezahlen

Laut Eintracht Braunschweig dürfte der Schaden bei 2.000 bis 3.000 Euro liegen. „Zunächst einmal tragen wir als Veranstalter die Kosten. Wenn Personen identifiziert werden, die den Schaden verursacht haben, wird geprüft, inwiefern es möglich ist, die Kosten an diese Personen weiter zu berechnen“, erklärt Eintracht-Sprecherin Denise Schäfer.

Hässliche Szenen gegen Cottbus

Ähnliche Szenen hatte es zuletzt beim letzten Heimspiel der vergangenen Saison gegen den FC Energie Cottbus gegeben. Nach dem Abstieg der Cottbusser – und dem Klassenerhalt der Löwen.

Insgesamt sei der Einsatz rund um das Spiel zwischen Eintracht Braunschweig und Hansa Rostock aber ruhig verlaufen. Vor der Partie kam es laut Polizei noch zu einer Beleidigung und einer Körperverletzung – „was für einen Einsatz in der Größenordnung als gering anzusehen ist“, so Weinmeister.

„DeSSau“ - Hansa-Zaunfahne sorgt für Kritik

Des Weiteren sorgte eine kleine „Dessau“-Zaunfahne aus dem Hansa-Block für Kritik. Das „SS“ war abgesetzt, was offenbar einige Zuschauer als bewusste Anspielung auf den Nationalsozialismus verstanden. „Da kommt einem die Kotze hoch...“, hieß es unter anderem bei Twitter.

Zuletzt hatten die Hansa-Ultras beim Pokalspiel gegen Stuttgart mit einer großen Choreographie mit eindeutig rechtsextremer Symbolik bundesweit Schlagzeilen gemacht. Immerhin reagierte die Hansa-Fanszene sehr gespalten darauf. Der Verein distanzierte sich.

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In der vergangenen Saison musste Hansa Rostock wegen des Verhaltens einiger Anhänger 112.000 Euro Strafe an den DFB zahlen - so viel wie kein anderer Drittligist. Eintracht Braunschweig wurde zu Strafen in einer Gesamthöhe von 64.680 Euro verdonnert. (red)