Eintracht Braunschweig 

Eintracht Braunschweig: Becker bei Jahreshauptversammlung abgesägt – Klub-Legende ersetzt ihn

Bei der Jahreshauptversammlung stimmten die Mitglieder von Eintracht Braunschweig für einen neuen Vizepräsidenten. (Archivbild)
Bei der Jahreshauptversammlung stimmten die Mitglieder von Eintracht Braunschweig für einen neuen Vizepräsidenten. (Archivbild)
Foto: dpa

Braunschweig. Die sportliche Lage hat sich bei Eintracht Braunschweig beruhigt. Vor allem im Vergleich zur turbulenten letzten Saison. Aktuell konnten die Löwen am Wochenende endlich den ersten Sieg im November einfahren.

Nach dem glücklichen Dreier über den Chemnitzer FC hat Eintracht Braunschweig weiterhin Tuchfühlung zur Spitze der Dritten Liga. Trotzdem galt die Jahreshauptversammlung am Mittwochabend als brisant. Das lag vor allem an der Personalie Andreas Becker, aber auch an einem besonderen Antrag.

Eintracht Braunschweig: Andreas Becker bei Jahreshauptversammlung gestürzt

Wie zu erwarten war, wurde Sebastian Ebel in seinem Amt als Präsident von Eintracht Braunschweig bestätigt. Schlechter ging die Wahl für Vizepräsident Andreas Becker aus, der die Fußball-Abteilung der Löwen 14 Jahren führte.

Becker erhielt bei der Jahreshauptversammlung nicht genügend Stimmen und muss sein Amt im Eintracht-Präsidium nach zwölf Jahren aufgeben. Das hatte sich abgezeichnet.

Eine Fan-Initiative hatte angekündigt ihn nicht wählen zu wollen. Der Grund: Als Sprecher der Präsidentenfindungskommission habe Becker „erschreckende Arbeit“ geleistet und ihm wurde „(Nicht-)Arbeit“ im Präsidium vorgeworfen, berichtete die Braunschweiger Zeitung.

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So wehrte sich der Vizepräsident gegen die Vorwürfe

Andreas Becker zeigte sich vor der Jahreshauptversammlung enttäuscht, dass die Fan-Initiative nicht den Dialog mit ihm gesucht habe: „Ich war sehr überrascht, weil von der Initiative Vorwürfe kommen, obwohl diese Leute mich gar nicht kennen.“, zitiert ihn die Braunschweiger Zeitung.

Trotz des Gegenwinds hatte sich der Vizepräsident zur Wahl gestellt, mit dem Ziel weiter „loyal und sachorientiert“ zu arbeiten. Doch das überzeugte die Wahlberechtigten offenbar nicht. Stattdessen schlug die Fan-Initiative einen anderen Kandidaten vor: Dennis Kruppke.

Ex-Kapitän Kruppke wird Vizepräsident

Der Vorschlag kam an. Der ehemalige BTSV-Kapitän, der zwischen 2008 und 2015 knapp 200 Pflichtspiele für die Eintracht absolvierte, wurde von den Mitgliedern zum Vizepräsident Fußball gewählt.

Kruppke, der seine aktive Karriere wegen einer Knieverletzung beenden musste, blieb dem Verein treu. So absolvierte er neben seinem Studium zum Sportfachwirt 2015 zunächst ein Praktikum im Eintracht-Nachwuchsleistungszentrum und übernahm dafür im Juli die alleinige Gesamtleitung. Nun steigt er ins Präsidium des Vereins auf.

Präsidium (gewählt für zwei Jahre)

  • Sebastian Ebel (Präsident)
  • Christoph Bratmann (Erster Vizepräsident)
  • Rainer Cech (Vizepräsident Finanzen)
  • Kay-Uwe Rohn (Vizepräsident Abteilungen)
  • Dennis Kruppke (Vizepräsident Fußball)

Satzungsänderung abgelehnt

Neben der Wahl des Präsidiums stand ganz besonders eine mögliche Satzungsänderung im Fokus. Es ging um die Wahl des Aufsichtsrats. Laut Antrag sollten zukünftig nur noch zwei Mitglieder von der Mitgliederversammlung gewählt werden. Die restlichen sechs Mitglieder sollten vom Vorstand ernannt werden.

Die Idee sorgte schon im Vorfeld für kontroverse Diskussionen und wurde letztlich abgelehnt. (ak)