Eintracht Braunschweig 

Eintracht Braunschweig: Saison soll weitergehen – so knapp war das Abstimmungsergebnis!

Der geschlossene Eingang des Eintracht-Stadions. Auch in Braunschweig herrscht Corona-Zwangspause. Aber, wie lange noch?
Der geschlossene Eingang des Eintracht-Stadions. Auch in Braunschweig herrscht Corona-Zwangspause. Aber, wie lange noch?
Foto: imago images / Hübner

Braunschweig/Frankfurt. Eintracht Braunschweig könnte bald wieder Fußball spielen. Zumindest wollen die Fußball-Drittligisten die derzeit wegen der Corona-Krise unterbrochene Spielzeit fortsetzen.

Dafür stimmten bei einer Videokonferenz der 20 Vereine am Montag nach dpa-Informationen zehn Vereine. Laut „Kicker“ stimmte auch Eintracht Braunschweig für eine Fortsetzung des Ligabetriebs. Genau wie Unterhaching, Ingolstadt, 1860 München,, Bayern München II, Hansa Rostock, Würzburg, Uerdingen, Viktoria Köln und Chemnitz.

Acht Clubs waren für einen Saisonabbruch: Duisburg, Mannheim, Magdeburg, Halle, Zwickau, Münster, Sonnenhof Großaspach und Jena. Zwei enthielten sich: Der 1. FC Kaiserslautern und der SV Meppen.

Eintracht Braunschweig rangiert auf Tabellenplatz neun

Die Spielzeit 2019/20 war Mitte März wegen der Corona-Pandemie unterbrochen worden. Die Vereine haben jeweils 27 von 38 Spielen absolviert. Eintracht Braunschweig rangiert auf Tabellenplatz neun, hat allerdings nur drei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz.

Geisterspiele sollen kommen

Anders als in der Bundesliga und 2. Liga hatte sich in der Folge ein Streit darüber entbrannt, wie sinnvoll eine Fortsetzung der Saison mit Geisterspielen wäre. Öffentlichkeitswirksam hatten sich zunächst acht Vereine für einen Abbruch ausgesprochen, sechs dagegen.

TV-Gelder und Zuschauereinnahmen

Während in den höchsten beiden Spielklassen Partien unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Rettung der millionenschweren TV-Gelder bedeuten, zahlen die Medienpartner in der 3. Liga erheblich weniger. Einige Drittligisten fürchten deshalb ein Verlustgeschäft, womöglich sogar die Insolvenz, sollte die Saison ohne Fans zu Ende gespielt werden.

Eintracht Braunschweig hatte sich bislang nicht klar positioniert. Sportdirektor Peter Vollmann sprach sich allerdings klar gegen den Vorschlag aus, die Liga in zwei Staffeln aufzuteilen.

Als Verein mit vielen Fans ist Eintracht ganz besonders auf die Zuschauereinnahmen angewiesen. Die fielen nun aber weg...

Tabellenführer MSV Duisburg für Fortsetzung

Tabellenführer MSV Duisburg mit Ex-Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht positionierte sich am Montag. „Die Weiterführung des Spielbetriebs zur Ermittlung von Auf- und Absteigern - diese Position haben wir bereits in den vergangenen Wochen seit Unterbrechung des Spielbetriebs deutlich gemacht und dabei bleiben wir auch“, so der MSV.

Der FCK gab an, die Saison zwar „grundsätzlich auf sportlichem Wege beenden“ zu wollen. Der Traditionsverein enthielt sich aber wegen „offener rechtlicher Fragen“ bezüglich eines möglichen Saisonendes nach dem 30. Juni.

Corona-Todesfall im Waldhof-Umfeld

Vor der Konferenz hatten sich die Gemüter abermals erhitzt, weil Markus Kompp, Geschäftsführer von Waldhof Mannheim, einen Coronavirus-Todesfall im direkten Umfeld eines Spielers öffentlich gemacht hatte. „So ein Vorgang hat ja auch eine ethische Komponente. Ich kann für mich persönlich sagen, dass ich diesen Weg so nicht gewählt hätte“, sagte Chemnitz-Präsidentin Romy Polster in der „Bild“ (Montag).

Robert Marien, Vorstandsvorsitzender von Hansa Rostock, äußerte ebenfalls Unverständnis. „Unser aufrichtiges Beileid an die Familie. Aber die Art und Weise, so etwas zu lancieren und die Ankündigung, es zu veröffentlichen, lässt sich streiten“, sagte der 39-Jährige.

Das sagt der DFB zu den Drittliga-Plänen

„Das Ergebnis der Abfrage ist von allen zu respektieren und akzeptieren“, sagte der zuständige DFB-Vizepräsident Peter Frymuth. „Auch wenn das Bild nicht einheitlich ist, besteht eine mehrheitliche Meinung unter den Clubs, wie im Falle einer veränderten behördlichen Verfügungslage verfahren werden sollte. (...) Klar ist: Das Gesamtwohl der Liga ist über Einzelinteressen zu stellen.“ Soweit möglich, soll die Saison bis zum 30. Juni beendet werden.

Hygienekonzept für Braunschweig & Co.

Auch für die 3. Liga soll ein strenges Hygienekonzept gelten, das den Vereinen am Montag vorgestellt wurden. Dieses entspreche grundsätzlich den für die Bundesliga und 2. Liga vorgestellten Inhalten, teilte der DFB mit, und unterscheide sich lediglich „in organisatorischen Nuancen“.

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Der Personalaufwand in den „Bereichen Sport, allgemeine Organisation und Medien soll an Spieltagen auf ein Minimum reduziert werden, für die 3. Liga sind hierbei 210 Personen pro Partie vorgesehen.“

Mehr in Kürze. (ck/dpa)