Eintracht Braunschweig 

„Eintracht Braunschweig bedauert...“ – nach heftiger Corona-Kritik an Aufstiegsparty bezieht der Verein Stellung

Joachim Schade
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Braunschweig. Mehr als tausend Fans von Eintracht Braunschweig haben bis in die Nacht den Aufstieg ihrer Löwen gefeiert.

In den Jubel über den Aufstieg Eintracht Braunschweig mischen sich aber auch Kritik und Verwunderung. Vor allem in den sozialen Netzwerken.

Eintracht Braunschweig steigt auf – Kritik an den Fans

Dabei geht es ums Thema Corona. Denn die geltenden Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen haben die Fans von Eintracht Braunschweig am Mittwochabend emotional einfach mal über Bord geworfen.

Die Aufstiegshelden ließen sich vor dem Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße feiern. Auch in der Innenstadt von Braunschweig fanden sich massenweise Fans zum Feiern ein. Am Bohlweg war es rappelvoll.

Das sehen einige Facebook-User im Hinblick auf die Corona-Pandemie kritisch. Hier einige eurer Kommentare:

  • „Ich kriege das Kotzen, wenn ich solche Bilder sehe. Durchgeknallte Fußballfans, die meinen, alle Regeln außer Kraft setzen zu dürfen, und die Stadt sieht tatenlos zu.“
  • „Die tollen 'Fans' dürfen ungehindert unter Aufsicht von Polizei und Ordnungsamt feiern aber überall sind Großveranstaltungen verboten.“
  • „Bei diesen Bildern fehlt mir das Verständnis.“
  • „Fußballer und vor allem deren Fans sind scheinbar häufig nicht so zuverlässig in ihrer Denkleistung. Traurig!“
  • „Cool! Wenn wir das nächste Mal feiern, können wir auch mehr Leute einladen und müssen nicht kompliziert die Tische auseinanderrücken. Finde ich gut!“
  • „Habe ich was verpasst? Ist die Maskenpflicht und die Abstandsregel aufgehoben?“
  • Hoffentlich haben die alle ein Loch in ihre Gesundheitskarte stanzen lassen - damit die im Fall einer Corona-Infektion als letztes behandelt werden!“

„Aus polizeilicher Sicht wäre es unmöglich und auch unverhältnismäßig gewesen, die Abstandsregeln durchzusetzen“, hieß es am Donnerstag von der Polizei Braunschweig. Die Stadt wollte die Szenen auf Nachfrage nicht kommentieren.

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Das sagt Eintracht Braunschweig

Inzwischen hat sich auch die Eintracht geäußert: „Eintracht Braunschweig bedauert, dass es am gestrigen Mittwochabend nach dem 3:2-Erfolg gegen den SV Waldhof Mannheim bei den spontanen Aufstiegsfeierlichkeiten in der Stadt zur Missachtung von den allgemein gültigen Abstands- und Verhaltensregeln gekommen ist“, hieß es am Donnerstagnachmittag.

Im Moment des Aufstiegs in die 2. Bundesliga habe sich eine große Emotionalität entladen. „Was dem Fußball ohne die treuen Fans und ihre Leidenschaft fehlt, haben wir in den vergangenen Wochen gesehen. Aber bei aller Freude über diesen großartigen sportlichen Erfolg ist es trotzdem wichtig, dass wir gemeinsam daran arbeiten, die Verbreitung des Coronavirus zu verhindern.“

Eintracht Braunschweig hatte im Vorfeld der Begegnung über alle seine Kanäle explizit öffentlich dazu aufgerufen, die bestehenden Corona-Regeln einzuhalten. Leider hat das nicht geklappt.

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Eintracht Braunschweig kein Einzelfall

Der BTSV ist aber auch kein Einzelfall. Ähnliche Bilder hatte es zuletzt auch nach dem Bundesliga-Aufstieg von Arminia Bielefeld oder dem Zweitliga-Abstieg von Dynamo Dresden gegeben.

Unabhängig von der Corona-Thematik war der Fußballabend in Braunschweig aus polizeilicher Sicht „lebhaft, aber grundsätzlich friedlich“. Sprecherin Carolin Scherf sagte news38.de, dass es keine größeren Ausschreitungen gab.

Allerdings habe es Strafanzeigen wegen des Abbrennens von Pyrotechnik gegeben. Gegen 1 Uhr habe sich die Lage entspannt. (ck)