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Eintracht Braunschweig: Aufstiegstrainer Antwerpen muss gehen – wird ER sein Nachfolger?

Eintracht Braunschweig trennt sich wohl von Aufstiegstrainer Marco Antwerpen.
Eintracht Braunschweig trennt sich wohl von Aufstiegstrainer Marco Antwerpen.
Foto: imago images/Joachim Sielski

Braunschweig. Paukenschlag bei Eintracht Braunschweig!

Trainer Marco Antwerpen wird Eintracht Braunschweig trotz des Aufstiegs verlassen. Das gab der Club am Dienstag bekannt.

Eintracht Braunschweig: Aufstiegstrainer Marco Antwerpen muss gehen

„Wir werden Anfang der Woche entscheiden. Aber erst einmal kann ich sagen, dass Marco Antwerpen hier einen tollen Job gemacht hat“, kündigte der Präsident und Aufsichtsratsvorsitzende Sebastian Ebel am Sonntag an. Nun ist die Entscheidung gefallen.

Eintracht Braunschweig will seinen Trainer Marco Antwerpen nicht mehr weiter beschäftigen. Der Verein teilte am Dienstagmittag mit, dass der Vertrag des 49-Jährigen nicht verlängert wird.

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Das ist Marco Antwerpen

  • Geboren am 05. Oktober 1971 in Unna
  • War als Spieler in der Regionalliga unter anderem für Preußen Münster aktiv
  • Seine Stationen als Trainer: Burgsteinfurt, RW Ahlen, Viktoria Köln, Preußen Münster, Eintracht Braunschweig
  • Sein Vertrag bei Eintracht Braunschweig galt nur bis zum 30.06.2020

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Die Trennung kommt überraschend. Marco Antwerpen hatte den Club erst am 18.11.2019 übernommen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten führte der Coach die Eintracht wieder auf die Siegerstraße und schließlich zum Aufstieg in die 2. Bundesliga.

„In unserer Betrachtung müssen wir aber auch den gesamten Saisonverlauf bewerten. Daher sind wir am Ende zu diesem Entschluss gekommen. Die Entscheidung, seinen Vertrag bei uns nicht zu verlängern, ist uns nicht leicht gefallen und wurde in einer mehrstündigen Sitzung am gestrigen Abend intensiv diskutiert“, erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende Sebastian Ebel.

Offenbar gab es unterschiedliche Meinungen über die Zusammenstellung der Mannschaft für die kommende Saison. Man müsse sehen, „was der Verein möchte und was ich möchte“, hatte Antwerpen zuletzt über die Vertragsgespräche gesagt.

Antwerpens starke Bilanz nach der Corona-Pause

Antwerpens großer Verdienst lag darin, die richtigen Antworten auf eine beispiellose Herausforderung gefunden zu haben. So bildete der frühere Coach von Viktoria Köln und Preußen Münster praktisch zwei verschiedene Teams für die Samstags- und für die Wochenspiele, um die große körperliche Belastung nach dem Re-Start besser dosieren zu können.

In 23 Spielen holte Antwerpen elf Siege, sechs Remis und sechs Niederlage. Besonders in den elf Partien nach der Corona-Pause konnte der BTSV überzeugen. Aus elf Spielen gab es 23 Zähler. Von Rang neun sprang die Eintracht noch auf Platz drei vor und schaffte die Rückkehr in die Bundesliga.

Auch seine Personalentscheidungen, den bisherigen Ersatzmann Marcel Engelhardt ins Tor und den Routinier Stephan Fürstner ins Abwehrzentrum zu stellen, zahlten sich aus.

Auch Öztürk verlässt den BTSV – Vollmann angezählt?

Aufgrund der Zweifel des Vorstands war laut Sky auch für Antwerpen die Basis für eine weitere Zusammenarbeit nicht geschaffen. Der Trainer galt als Wunschkandidat von Sportdirektor Peter Vollmann. Aus dem Fanlager heißt es, jetzt sei auch Vollmann angezählt.

Neben Marco Antwerpen wird auch sein Co-Trainer Kurtulus Öztürk den Verein verlassen.

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Nicht der erste überraschende Trainerwechsel

Bereits nach dem eigentlich erfolgreichen Ende der vergangenen Saison hatte es bei Eintracht Braunschweig einen überraschenden Trainerwechsel gegeben. Nachdem André Schubert die Löwen vor dem Abstieg rettete, zog es ihn zu Holstein Kiel.

Auch der Abschied seines Nachfolgers Christian Flüthmann kam für viele überraschend. Er musste gehen – obwohl der BTSV auf Platz fünf stand. Dann übernahm Antwerpen – und stieg auf.

Nach genau zehn Jahren mit ihrem früheren Langzeitcoach Torsten Lieberknecht verschlissen die Braunschweiger in ihren nur zwei Drittliga-Saisons nun insgesamt vier Trainer.

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Die letzten Trainer von Eintracht Braunschweig:

  • Marco Antwerpen (11/19 - 06/20)
  • Christian Flüthmann (06/19 - 11/19)
  • André Schubert (10/18 - 06/19)
  • Henrik Pedersen (07/18 - 10/18)
  • Torsten Lieberknecht (05/2008 - 06/2018)

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In der Fanszene umstritten

In der blau-gelben Fanszene war Antwerpen von Anfang an umstritten. Allerdings ruderten viele Kritiker nach dem Aufstieg zurück.

Das sind die möglichen Nachfolger

Als möglicher Nachfolger Antwerpens wird in Braunschweig vor allem Daniel Meyer gehandelt. Der 40-Jährige führte den FC Erzgebirge Aue in der Saison 2018/19 zum Klassenerhalt in der 2. Bundesliga und musste dann im August 2019 nach Unstimmigkeiten mit dem Auer Präsidenten Helge Leonhardt wieder gehen.

Zuletzt geisterte auch immer der Name Michael Schiele durch Braunschweig. Nach dem Aufstieg mit Würzburg bleibt er aber bei den Kickers. Ebenfalls gehandelt wird der ehemalige Halle-Coach Torsten Ziegner.

Der Verein will wohl bis Ende der Woche einen Nachfolger präsentieren. (fs/ck)