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Eintracht Braunschweig: ER schwingt jetzt das Zepter – so lief die Abstimmung

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  • Vier Monate war Christoph Bratmann bereits kommissarischer Vereinschef von Eintracht Braunschweig.
  • Jetzt ist der Landtagsabgeordnete auch zum Präsidenten gewählt worden.
  • Auf den Ebel-Nachfolger warten jedoch einige Herausforderungen.

Braunschweig. Eintracht Braunschweig hat einen neuen Präsidenten!

Eine virtuelle Mitgliederversammlung wählte den bisher nur kommissarischen Vereinschef Christoph Bratmann am Freitag auch offiziell in das Amt.

Eintracht Braunschweig: Christoph Bratmann ist jetzt Präsident

Der SPD-Landtagsabgeordnete erhielt per Mausklick 394 Ja- und nur 17 Gegenstimmen. „Ich bedanke mich für das große Vertrauen“, sagte der 51-Jährige. Bratmann folgt damit auf den langjährigen Präsidenten Sebastian Ebel, der im Juli nach mehr als zwölf Jahren seinen Rücktritt erklärt hatte.

Eintracht Braunschweig: Reserven sind futsch

Trotz des breiten Mitgliedervotums und der Rückkehr in die zweite Liga steht der neue Eintracht-Chef vor größeren Herausforderungen. So schloss der deutsche Meister von 1967 auch die vergangene Aufstiegssaison mit einem Verlust von 2,3 Millionen Euro ab.

Dieses Ergebnis gab der Verein für das abgelaufene Geschäftsjahr seiner ausgegliederten Profifußball-Gesellschaft bekannt. Die beiden Drittliga-Jahre und die Einnahmeverluste der Corona-Pandemie dürften deshalb dafür sorgen, dass die Rücklagen aus den zehn erfolgreichen Jahren bis 2018 nach dem Ende dieser Saison aufgebraucht sind.

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Noch 2018 schloss die Eintracht das Geschäftsjahr ihres überraschenden Zweitliga-Abstiegs mit einem Gewinn von 2,7 Millionen Euro und einem Eigenkapital von 7,6 Millionen Euro ab. Doch schon in ihrer ersten Drittliga-Saison machten die Braunschweiger einen Verlust von 4,4 Millionen. Über das aktuelle Minus von 2,3 Millionen sagte der Vizepräsident Rainer Cech, dass es „nicht ganz so hoch ausfällt, wie zunächst befürchtet“.

Trotzdem werde nach aktuellem Stand auch nach dieser Saison „ein deutliches Minus stehen. Damit sind die noch vorhandenen Reserven am Ende der Spielzeit aufgebraucht“, so Cech. „Auch vor diesem Hintergrund ist der Verbleib in der 2. Bundesliga von großer Bedeutung.“

Eintracht Braunschweig: Es brodelt in der Fanszene

Auch die Spannungen zwischen Teilen der Fanszene und der Teilen der Clubführung wurden am Freitagabend noch einmal deutlich. Die hatten im Vorfeld bereits dazu geführt, dass sich der lange als Favorit für das Präsidentenamt gehandelte Unternehmer Helmut Streiff nach Protesten aus dem Fanlager gar nicht erst zur Wahl stellte.

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Bei der Mitgliederversammlung wurden nun Teile des Aufsichtsrates nicht entlastet, darunter auch der Aufsichtsratsvorsitzende Frank Fiedler. „Die Abstimmungen bei den Entlastungen haben mich etwas betrübt“, sagte der neue Präsident Bratmann deshalb auch. „Ich glaube, die Motivation war: Der eine oder andere wünscht sich andere Personen im Aufsichtsrat. Das Instrument der Nicht-Entlastung ist dafür meiner Meinung nach aber nicht der richtige Weg. Denn niemand im Aufsichtsrat hat sich etwas zu Schulden kommen lassen.“

Kurz vor dem Ende der Versammlung wurde auf Antrag der Fanabteilung noch eine Satzungsänderung beschlossen: Danach hat die Fanabteilung künftig das Recht, einen eigenen Kandidaten für den Aufsichtsrat vorzuschlagen. Die nächsten Wahlen finden jedoch erst 2023 statt. (dpa)