VfL Wolfsburg 

Didavi sauer: "Habe andere Ansprüche!"

Wolfsburgs Daniel Didavi im Zweikampf mit Dortmunds Nuri Sahin.
Wolfsburgs Daniel Didavi im Zweikampf mit Dortmunds Nuri Sahin.

Wolfsburg. Wenn Daniel Didavi so etwas schon nach einem wichtigen Sieg für den VfL Wolfsburg sagt: Was muss er sich dann erst rund um den Beinahe-Abstieg in den vergangenen Monaten gedacht haben?

Samstagnachmittag, Commerzbank-Arena in Frankfurt, Didavi hat gerade das entscheidende Tor zum 1:0 (1:0)-Erfolg der "Wölfe" bei der Eintracht erzielt. Doch statt darüber glücklich und zufrieden zu sein, sagte der 27-Jährige in gleich mehreren Interviews: "Wenn ich uns im Training sehe, verstehe ich nicht, warum wir hier nach 20 Minuten das Fußballspielen einstellen."

"Habe andere Ansprüche an den VfL"

Und dazu noch: "Wir haben richtig gute Kicker im Team, wir können viel besser Fußball spielen. Das zeigen wir am Wochenende aber viel zu wenig. Ich habe andere Ansprüche an Wolfsburg, weil ich weiß, was wir können."

Diese Vorwürfe muss sich der VW-Club ständig anhören: Dass er Millionen-Summen für neue Spieler verprasst und dann auf frappierende Weise unter seinen Möglichkeiten bleibt. Und dass man sich dann jedes Mal fragt, woran das eigentlich liegt? Ob die Spieler bloß keine Lust haben, für diesen Verein zu spielen oder ob auch so etwas wie Versagensangst dabei eine Rolle spielt?

Schließlich ist die Fallhöhe in Wolfsburg nach dem DFB-Pokalsieg 2015 und den Champions-League-Erfolgen gegen Real Madrid und Manchester United nicht eben gering.

Ernüchternde VfL-Zeit

Meistens kommen diese Vorwürfe von außen. Jetzt hat sie mit Didavi einer der wichtigsten Spieler des VfL aufgegriffen. Der Spielmacher kam vor einem Jahr mit großen Erwartungen vom VfB Stuttgart, und bislang verlief seine Zeit in Niedersachsen ernüchternd. In der vergangenen Saison rettete sich der Verein erst in der Relegation ausgerechnet gegen Eintracht Braunschweig vor dem Abstieg.

Am Samstag verhinderte der schmeichelhafte Sieg in Frankfurt, dass die neue Spielzeit nach dem 0:3 gegen Borussia Dortmund gleich wieder mit einem kapitalen Fehlstart begann.

"Es war sehr wichtig, dieses Spiel zu gewinnen", sagte Maximilian Arnold. Und auch Trainer Andries Jonker meinte: "Wir haben um jeden Meter gekämpft. Ja, es gibt fußballerisch noch Luft nach oben. Aber nichtsdestotrotz bin ich über diesen Sieg sehr froh."