VfL Wolfsburg 

Der Remis-Fluch des VfL: 3:3 gegen Hertha

Wolfsburg. Das gibt's doch nicht: Schon wieder haben die Wölfe nur unentschieden gespielt. Am Sonntagabend trennte sich der VfL Wolfsburg nach einem nervenaufreibenden Spiel mit 3:3 (1:1) von Hertha BSC Berlin - und untermauerte damit den eher zweifelhaften Ruf als Remis-König der Bundesliga.

Es ist das siebte Unentschieden im siebten Punktspiel, bei dem Martin Schmidt als Cheftrainer auf der Bank saß. Dabei hatte der Coach vor dem Spiel noch optimisch angekündigt, dass endlich ein Sieg fällig sei für die Grün-Weißen. Denn seit er nach Wolfsburg gekommen ist, hat der VfL zwar noch nicht verloren - aber eben auch noch keinen Punktspielsieg einfahren können.

Dabei sah's zunächst nach einem Horror-Start für die Gastgeber in der Volkswagen-Arena aus: Nach einem schnellen Ballverlust von Maximilian Arnold ließ sich Vedad Ibisevic schon in der ersten Minute die Chance zur Hertha-Führung nicht entgehen.

Packendes Match

Es war der Auftakt für ein Spiel, das die Nerven auf beiden Seiten bis zur letzten Minute aufs Äußerste strapazierte: Schon in der 6. Minute der vermeintliche Ausgleich durch Robin Knoche - doch zu früh gejubelt. Nach dem ersten Videobeweis des Tages erkannte Schiedsrichter Robert Kampka den Treffer ab: Kapitän Mario Gomez habe im Abseits gestanden.

Dann die 20. Minute: Foulelfmeter für den VfL, nachdem Daniel Didavi im Hertha-Strafraum umgerissen worden war. Gomez nimmt sich den Ball, schießt - und trifft nur die Latte. Es war sein zweiter verschossener Strafstoß im zweiten Spiel.

Zweiter Videobeweis

Und schon wieder stockt Spielern und Fans der Atem: Yunus Malli trifft in der 26. Minute - wieder zählt das Wolfsburger Tor nicht; laut Videobeweis war es diesmal Daniel Didavi, der im Abseits stand. Doch in der 41. Minute endlich kann Malli jubeln: Per Kopf versenkt er das Leder nach einer Flanke von Divock Origi.

Kurz vor der Pause darf sich schließlich auch Gomez als Torschütze feiern lassen: In der 44. Minute traf er nach "Rasen-Billard" zum 2:1 - erst rechter Innenpfosten, dann die Linie entlang, und schließlich springt der Ball vom linken Pfosten ins Tor.

Aber die Wolfsburger Freude währte nur bis zur 53. Minute: Ausgleich für Hertha. Sieben Minuten später: Schon wieder Tor - diesmal für den VfL durch Origi zum 3:2.

Es schien, als könnte Wolfsburg in einem hochspannenden Match den so dringend gebrauchten Sieg erzwingen - Berlin war zu diesem Zeitpunkt die schwächere Mannschaft. Doch die Hertha gibt noch nicht auf: In der 83. Minute schaffen es die Hauptstädter, VfL-Keeper Koen Casteels im zweiten Anlauf zu üCasteels; Verghaberwinden.

VfL Wolfsburg: Casteels; Verhaegh, Knoche, Brooks, Tisserand; Guilavogui, Arnold; Origi (83. Blaszczykowski), Didavi, Malli; Gomez.