VfL Wolfsburg 

VfL Wolfsburg droht Fans mit Dauerkarten-Kündigung

Dass der VfL Wolfsburg seine Dauerkarten-Inhaber ausgerechnet zum Zeitpunkt des Abrutschens in die Abstiegszone an die Heimspiel-Pflichtquote erinnert, stößt manchen Fans sauer auf (Symbolbild).
Dass der VfL Wolfsburg seine Dauerkarten-Inhaber ausgerechnet zum Zeitpunkt des Abrutschens in die Abstiegszone an die Heimspiel-Pflichtquote erinnert, stößt manchen Fans sauer auf (Symbolbild).
Foto: Peter Steffen/dpa

Wolfsburg/Braunschweig. Das kam bei manchen VfL-Fans gar nicht gut an: Ausgerechnet zu jenem Zeitpunkt, an dem die Wölfe wieder mittendrin im Abstiegsstrudel stecken, flatterte den rund 11.000 Dauerkarten-Inhabern Post von "ihrem" Verein ins Haus. Die klare Botschaft: Entweder sie besuchen mindestens zehn der 17 Heimspiele der laufenden Saison - oder der VfL kündige ihnen das Abo.

In der grün-weißen Fanszene ist bereits von "Erpressung" die Rede und von einer möglichen Antwort der Anhänger: "Keine Leistung - keine Fans", ist in sozialen Medien zu lesen.

"Zeitpunkt nicht glücklich"

Beim VfL gibt man sich etwas zerknirscht: "Der Zeitpunkt des Postversandes ist natürlich nicht unbedingt glücklich", heißt es in einer von Vereinssprecherin Barbara Ertel-Leicht verbreiteten Stellungnahme.

Und: "Wir können absolut nachvollziehen, wenn sich jemand darüber geärgert hat." Allerdings habe es bislang "weniger als zehn" Rückfragen und Beschwerden von Fans gegeben.

Dabei habe das Rundschreiben an die Dauerkarten-Inhaber nichts mit dem Abrutschen des Bundesliga-Teams nach der 1:3-Auswärtsniederlage beim SV Werder Bremen zu tun - also keine "Vergatterung" der Fans, sich schon wieder Abstiegskampf pur anzusehen. "Es stand hierbei im Fokus, dass der VfL Wolfsburg die Abo-Nehmer zum frühestmöglichen Zeitpunkt informiert."

1.000 Abos gekündigt

Seit Einführung der Heimspiel-Pflichtquote im Jahr 2016 habe der Verein etwa knapp 1.000 Abonnements gekündigt, berichtete Ertel-Leicht. Viele der Betroffenen hätten aber im Anschluss wieder einen neuen Dauerkarten-Vertrag mit dem VfL abgeschlossen.

Kein Einzelfall

Mit ihrer Heimspiel-Pflichtquote sind die Wolfsburger kein Einzelfall im deutschen Profi-Fußball: Beim Hamburger SV oder beim FC Bayern München gibt es solche Regelungen ebenfalls.

Für Zweitligist Eintracht Braunschweig indes macht Vereinssprecherin Denise Schäfer klar: Quoten für Dauerkarten-Inhaber "gibt es grundsätzlich nicht". Stattdessen freue sich der Verein, "dass unsere 16.000 Fans, die eine Dauerkarte besitzen, sich bewusst für ein Jahresticket entschieden haben und regelmäßig zu unseren Heimspielen kommen."

Mit anderen Worten: Jeder Dauerkarten-Inhaber kann selbst entscheiden, wie oft er diese nutzt.