VfL Wolfsburg 

Trotz Verletzung: Almuth Schult ist unersetzlich im DFB-Team

Fußball-Nationaltorhüterin Almuth Schult steht neben den Frühstückseiern im Team-Hotel der Fußball-Nationalmannschaft der Damen. Schult beliefert bei Heimspielen die DFB-Küche mit regionalen Produkten, wie frischer Milch von Weidekühen und Eiern freilaufender Hühner vom eigenen Landwirtschaftsbetrieb in der rund 120 Einwohner großen Ortschaft Lomitz im Landkreis Lüchow-Dannenberg
Fußball-Nationaltorhüterin Almuth Schult steht neben den Frühstückseiern im Team-Hotel der Fußball-Nationalmannschaft der Damen. Schult beliefert bei Heimspielen die DFB-Küche mit regionalen Produkten, wie frischer Milch von Weidekühen und Eiern freilaufender Hühner vom eigenen Landwirtschaftsbetrieb in der rund 120 Einwohner großen Ortschaft Lomitz im Landkreis Lüchow-Dannenberg
Foto: Annette Seitz/DFB/dpa

Osnabrück/Wolfsburg. Auf den 57. Auftritt im Trikot der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft muss Almuth Schult noch warten. Dabei hatte sie gegen Italien am Samstag (16 Uhr/ARD) quasi auf ein Heimspiel in Osnabrück gehofft. Doch die 27-jährige vom VfL Wolfsburg, Olympiasiegerin 2016, Europameisterin 2013 und Weltmeisterin 2010 mit der U20 verletzte sich im Champions League-Spiel bei Atletico Madrid (6:0) am Sprunggelenk und musste ihre Teilnahme absagen.

Doch das bedeutet nicht, dass sich die Torhüterin aus Niedersachsen zurückzieht. Am Mittwoch besuchte sie mit Teamkollegin Babett Peter eine Osnabrücker Grundschule. Zuvor fuhr sie bereits im Mannschaftsquartier Klosterpforte in Marienfeld vorbei und sorgte wieder für die gesunde Ernährung der Kolleginnen.

Frische Milch und Eier

Denn Almuth Schult beliefert bei Heimspielen die DFB-Küche mit regionalen Produkten, genauer: frische Milch von Weidekühen und Eier freilaufender Hühner vom eigenen Landwirtschaftsbetrieb in der rund 120 Einwohner großen Ortschaft Lomitz im Landkreis Lüchow-Dannenberg.

Die Fußballerin stammt von dort, ist bodenständig und mitunter auch noch auf dem Hof anzutreffen. "Ich habe sozusagen zwei aktuelle Wohnsitze. Hauptsächlich in Wolfsburg und nebenbei noch auf dem elterlichen Hof, den jetzt meine Schwester führt", sagt die Torhüterin. "In Lomitz bin ich zwar inzwischen seltener, aber wenn, dann helfe ich dort auch mit, etwa beim Melken oder Eier einsammeln."

300 Eier vom eigenen Hof

Davon profitiert dann die Nationalmannschaft. Beim Frühstücksbüfett etwa, "vorausgesetzt, die Kühlkette wird nicht unterbrochen." Zum Spiel in Osnabrück gegen Italien klappte das. 300 Eier wollte Schult mitbringen, je nachdem, wie legefreudig sich die 75 Hühner vorher präsentierten. Da Eier haltbar sind, reicht die Ladung wohl für den gesamten Lehrgang in der Klosterpforte in Marienfeld, bevor der DFB-Tross um Trainer Horst Hrubesch nach Erfurt zur Partie gegen Spanien (13. November, 16 Uhr/ZDF) weiter zieht.

"Die Hühner haben auf unserem Hof ein glückliches Leben. Ich glaube, man schmeckt das, denn sie bekommen mehr als nur normales Futter und Auslauf. Meine Nichten nehmen manchmal auch Hühner auf den Arm und streicheln sie", erzählt Schult.

Die Idee kam von Almuth selbst

Sie werde auf die Eier auch mitunter von Mitspielerinnen angesprochen. "Ich erzähle dann vom Leben der Hühner, denn nicht alle aus der Mannschaft sind so ländlich aufgewachsen wie ich." Nach dem vergangenen Länderspiel in Essen gegen Österreich (3:1), habe nicht nur DFB-Mannschaftskoch Hannes Flade gefragt, ob er denn für das Spiel in Osnabrück wieder mit Eiern rechnen könne.

Wie es zu dieser ungewöhnlichen und speziellen Verbindung gekommen ist? "Ich habe beim DFB irgendwann mal vor einem Jahr mit unserem Koch über Ernährung gesprochen und das vorgeschlagen. Hannes Flade ist sehr aufgeschlossen in Bezug auf gesundes Essen und Regionalität. Seitdem bringe ich was mit", erklärt Schult. Als Geschenk geplant, rechne der DFB aber alles korrekt mit dem Hofladen ab. Bei den Wolfsburger VfL-Frauen übrigens sind die Eier und die Milch von Schult-Hof schon länger beliebt.