Welt 

Ecuador: Erdbeben fordert mindestens 413 Opfer

Hunderttausende Haushalte sind von der Gas-, Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten.
Hunderttausende Haushalte sind von der Gas-, Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten.
Foto: dpa
  • Mindestens 413 Tote nach Erdbeben in Ecuador
  • 2.658 Verletzte, 320 Menschen vermisst

Quito. Die Zahl der Todesopfer des Erdbebens in Ecuador steigt weiter. Bis Montagabend, 18. April 2016, seien 413 Leichen geborgen worden, hieß es vom Sicherheitsministerium..

Der Katastrophendienst verzeichnete außerdem 2.658 Verletzte und das Rote Kreuz 320 Vermisste. Rund ein Drittel der Toten kam aus der Küstenstadt Pedernales.

Stärkstes Erdbeben seit Jahrzehnten

Das Beben der Stärke 7,8 hatte am Samstagabend vor allem einen rund 100 Kilometer breiten Küstenstreifen westlich der Hauptstadt Quito getroffen. Über 400 Helfer aus dem Ausland, darunter auch aus Deutschland, nehmen an den Bergungsarbeiten teil.

Das heftigste Erdbeben seit 1979 hat Ecuador in den Ausnahmezustand versetzt. Präsident Rafael Correa sagte, diese Katastrophe sei die Schlimmste seit 67 Jahren.

Weitere Opfer in den Trümmern vermutet

Das südamerikanische Land war am Wochenende von einem Beben der Stärke 7,8 heimgesucht worden. Die Erdstöße im Westen Ecuadors waren nach Angaben der Regierung die Schlimmsten seit 37 Jahren.

Das Epizentrum des Bebens lag in der Provinz Esmeraldas. Auch die angrenzende Manabí wurde schwer zerstört. Nach Angaben der Katastrophenbehörde gab es mehr als 150 Nachbeben.

Häftlinge konnten fliehen

Im Ort Portoviejo in Manabí nutzten mehr als 100 Häftlinge die Lage, um aus dem beschädigten örtlichen Gefängnis zu entkommen, teilte Justizministerin Ledy Zuniga via Twitter mit. Etwa 30 Gefangene konnten danach wieder gefasst werden, andere seien freiwillig zurückgegekehrt.

Tausende Sicherheitskräfte waren in den Stunden nach dem Unglück in das Katastrophengebiet entsendet worden, um die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten.

Schüler bleiben am Montag zu Hause

Sechs Provinzen Ecuadors riefen am Sonntag den Ausnahmezustand aus. Am Montag sollten nach Angaben der Zeitung "El Telégrafo" die Schulen in vielen Gebieten geschlossen bleiben. Das Beben war unter anderem in der Hauptstadt Quito zu spüren. Auch aus der Hafenmetropole Guayaquil wurden Tote und Schäden gemeldet.

Ecuador gilt als besonders anfällig für Naturkatastrophen. Das Land liegt geografisch am sogenannten Pazifischen Feuerring. So wird der Gürtel aus hunderten aktiven Vulkanen genannt, der Ecuador umgibt. Er ist etwa 40.000 Kilometer lang und wie ein Hufeisen geformt. Dort treffen verschiedene Platten der Erdkruste aufeinander. Es kommt zu tektonischen Verschiebungen und Verwerfungen, die Vulkanausbrüche, Erdbenen und Tsunamis zur Folge haben.