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Waldbrände bedrohen zweite Provinz

Hilflos müssen auch die Soldaten der kanadischen Armee mit ansehen, wie sich die Waldbrände immer weiter voranfressen.
Hilflos müssen auch die Soldaten der kanadischen Armee mit ansehen, wie sich die Waldbrände immer weiter voranfressen.
Foto: dpa

Edmonton. Die Waldbrände in Kanadas Provinz Alberta dehnen sich unkontrolliert weiter aus. Sie haben nach Angaben von Albertas Regierungschefin Rachel Notley bis zum Sonntagmorgen, 8. Mai, das benachbarte Saskatchewan erreicht. Gleichzeitig haben sie ihren Umfang wohl noch einmal verdoppelt. Am Samstag war die Fläche des Flammenmeers in Kanadas Ölsandregion auf 1560 Quadratkilometer geschätzt worden. Das entspricht der achtfahren Fläche von Braunschweig. Experten rechnen nach einem Bericht des Fernsehsenders CTV damit, dass das Feuer noch Wochen lodern wird.

Noch Einwohner in evakuierter Stadt

Am Samstag war die Polizei in einigen Häusern der vom Brand am schwersten getroffenen Stadt Fort McMurray auf Menschen gestoßen, die trotz des Evakuierungsbefehls ausgeharrt hatten - unter ihnen eine Familie mit drei kleinen Kindern und ein älterer Mann mit Hund. Sie hätten keine Möglichkeit zur Flucht gehabt, als die Stadt geräumt wurde, sagte Polizeisprecher Kevin Kunetzki. "Bei dem vielen Rauch, den wir haben, machen wir uns Sorgen um ihre Gesundheit und setzen alle Hebel in Bewegung, damit sie schnell hier rauskommen."

Noch am Wochenende sollen auch die letzten von rund 25 000 Menschen in Sicherheit gebracht werden, die aus Fort McMurray in den Norden geflohen waren. Dort schnitt ihnen das Feuer den Rückweg ab. Laut Kunetzki hat die Polizei inzwischen 1500 bis 1700 Fahrzeuge in Konvois durch die immer noch schwelende Stadt gen Süden geleitet.

Fahrt durch eine brennende Stadt