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A2-Unfallserie: Höhere Strafen für Lkw-Fahrer?

Ein zerstörter Lastwagen auf der A2 bei Lehrte in der Region Hannover.
Ein zerstörter Lastwagen auf der A2 bei Lehrte in der Region Hannover.
Foto: dpa
  • Runder Tisch zu A2.
  • Maßnahmenpaket beschlossen.
  • Höhere Strafen, stärkere Kontrollen.

Hannover. Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) und Niedersachsens Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius (SPD), haben sich auf ein Paket geeinigt, um die steigende Anzahl an Unfällen auf der A2 zu regulieren. Im vergangenen Jahr ist es dort zu einer spürbaren Erhöhung der Unfallzahlen gekommen, häufig waren Lkw daran beteiligt.

An dem heute in Hannover zusammengekommenen runden Tisch haben neben den Ministern auch Vertreter aus dem Arbeitskreis der "Werkstatt", Verantwortlichen der Autobahnpolizei, der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, der Landesverkehrswacht, des ADAC und des Gesamtverbandes Verkehrsgewerbe Nord (GVN) platzgenommen. Sie einigten sich auf ein Handlungspaket, um dem Hauptproblem der vergangenen Wochen zu begegnen: der Gefahr schwerer Auffahrunfälle von Lastwagen am Ende von Baustellenstaus.

Umfangreiches Maßnahmenpaket

Um derartige Unfälle möglichst zu vermeiden und damit die Sicherheit auf der A 2 zu erhöhen, sieht das Paket sowohl kurz- als auch mittelfristige Maßnahmen vor.

1. Tempolimits schon im Vorfeld von Baustellen. Bis auf weiteres soll auf der A 2 künftig bei allen größeren Baumaßnahmen schon einige Kilometer vor Beginn einer Baustelle ein Tempolimit angeordnet werden: Tempo 60 für Lastkraftwagen und Tempo 100 für Personenwagen. Durch diese Maßnahme soll der Verkehr langsamer und homogener an eine Gefahrenstelle (Stauende) herangeführt werden. Eine solche Maßnahme wurde bereits vor einigen Wochen an der Baustelle bei Bothfeld (in Fahrtrichtung Westen) angeordnet - seit Einrichtung dieser Maßnahme haben sich in diesem Bereich trotz weiter regelmäßiger Staus keine weiteren schweren LKW-Unfälle mehr ereignet.

2. Mehrsprachige Schilder: Mit einer mehrsprachigen Plakataktion (deutsch, russisch, polnisch) sollen gerade LKW-Fahrer gezielt vor einer möglichen Stau- und Unfallgefahr gewarnt werden. Die Plakate zeigen auch ein drastisches Unfallfoto, um LKW-Fahrer „wachzurütteln". Hintergrund: Neben zu geringem Sicherheitsabstand ist auch fehlende Aufmerksamkeit eine der wesentlichen Unfallursachen.

3. Verkehrsüberwachung verstärken: Die Polizei wird auf der A 2 die Verkehrsüberwachung intensivieren. Es soll in verstärktem Maße sowohl Abstandskontrollen als auch Geschwindigkeitskontrollen geben.

4. Höhere Bußgelder für Lkw-Fahrer: Verkehrsminister Lies und Innenminister Pistorius fordern, auf Bundesebene drastisch höhere Bußgelder für LKW-Fahrer einzuführen. Derzeit liegen bei Abstandsverstößen die Bußgelder für PKW-Fahrer bei bis zu 400 Euro, bei Lastwagenfahrern dagegen nur bei rund 80 Euro.

5. Verpflichtende technische Standards bei Lkw: Beide Minister setzen sich auch für eine verpflichtende Nutzung von Fahrassistenzsystemen in LKW ein. Zwar ist inzwischen EU-weit bei Neufahrzeugen der Einbau von Notbremssysteme vorgeschrieben. Jedoch können diese Systeme von den Fahrern auch abgeschaltet werden. Außerdem fordern die Minister ein verpflichtendes Abstandswarnsystem in jedem neuen LKW.

6. EU-weite Ahnung bei Abstandsverstößen: Des Weiteren wollen die Minister das zuständige Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur auffordern, sich auf der europäischen Ebene für die Erweiterung des Geltungsbereiches der sogenannten Enforcement-Richtlinie (2015/413/EU) auf die Abstandsverstöße einzusetzen. Das bedeutet, dass neben Geschwindigkeits- und Überholverstößen zukünftig auch Abstandsverstöße über die Grenzen Deutschlands hinaus verfolgt und geahndet werden könnten.

Minister zufrieden mit Ergebnissen

"Baustellen sind eine Notwendigkeit, um den guten Zustand und auch die Sicherheit auf der viel befahrenen A 2 zu erhalten", sagt Minister Lies. Jetzt müsse man alle Anstrengungen darauf konzentrieren, auch die Sicherheit während der Bauphasen zu verbessern. Mit den Temporeduzierungen, mobilen Stauwarnern und unserer Plakataktion wolle man dem Ziel ein ganzes Stück näher kommen.

"Niedersachsens Autobahnen gehören zu den sichersten Deutschlands, trotzdem gibt es immer wieder schlimme Unfälle. Die Autobahn A2 nimmt hierbei leider eine traurige Hauptrolle ein", sagte Minister Pistorius. Zudem forderte Pistorius "deutlich höhere Bußgelder für Raser und Drängler". Hier sollten die Strafen mindestens verdoppelt werden, so Lies. Deutschland sei bei der Bestrafung von unverantwortlichem Verhalten immer noch zu zaghaft.