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Armenien-Streit: Türkei erwartet Entgegenkommen Deutschlands

Ministerpräsident Binali Yildirim.
Ministerpräsident Binali Yildirim.
Foto: dpa

Istanbul/Baku. Nach der Völkermordresolution des Bundestages erwartet die türkische Regierung ein Entgegenkommen Deutschlands. Die Resolution zu den Massakern an den Armeniern im Ersten Weltkrieg habe "den tief verwurzelten türkisch-deutschen Beziehungen einen harten Schlag versetzt", sagte Ministerpräsident Binali Yildirim bei einem Besuch im aserbaidschanischen Baku. Nun würden von der Bundesregierung Maßnahmen erwartet, "die diese potenziellen Schäden beheben".

Yildirim machte keine Angaben dazu, welche Maßnahmen das sein könnten. Der Ministerpräsident warf Deutschland vor, mit der Resolution zum Völkermord an den Armeniern die eigene historische "Schande" relativieren zu wollen.

Kritik aus Aserbaidschan

Das aserbaidschanische Außenministerium verurteilte die Völkermord-Resolution des Bundestages als voreingenommen und nicht objektiv. "Eine Fälschung der Geschichte und ihre Verwendung für politische Ziele ist nicht hinnehmbar", teilte die Behörde örtlichen Medien zufolge mit. Mit der Resolution werde die Öffentlichkeit getäuscht, meinte ein Sprecher des Ministeriums demnach.