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Kleine Grundschulen müssen schließen

In Brandenburg haben syrische Kinder den Fortbestand einer Dorfschule gesichert. Ähnliche Fälle sind aus Niedersachsen nicht bekannt. Flüchtlingsfamilien werden hier selten in kleinen Orten untergebracht. (Symbolbild)
In Brandenburg haben syrische Kinder den Fortbestand einer Dorfschule gesichert. Ähnliche Fälle sind aus Niedersachsen nicht bekannt. Flüchtlingsfamilien werden hier selten in kleinen Orten untergebracht. (Symbolbild)
Foto: dpa

Hannover. In Niedersachsen müssen rund ein Dutzend kleine Grundschulen Ende Juli schließen. Weitere sechs werden nach Angaben des Kultusministeriums zusammengelegt oder als Außenstelle einer anderen Grundschule weitergeführt. Nicht alle davon seien zu klein, manche verfolgten auch ein neues Konzept, sagte Ministeriumssprecherin Susanne Schrammar.

Aus der Region 38 ist keine Schule betroffen. Schließen müssen Schulen in Bad Lauterberg, Bad Grund, Lüchow, Achim, Lilienthal, Westerstede und Rhauderfehn. Ob auch kleine Dorfschulen wegen des Zuzugs von Flüchtlingskindern vor der Schließung bewahrt wurden, konnte die Sprecherin nicht sagen.

Flüchtlingskinder können Zukunft sichern

In dem 850-Einwohner-Dorf Golzow in Brandenburg haben Flüchtlingskinder den Fortbestand der Grundschule gesichert. Der Bürgermeister hatte sich um die Ansiedlung der Familien aus Syrien bemüht. Aus Niedersachsen sind solche Fälle nicht bekannt.

In Neustadt am Rübenberge etwa haben die örtlichen Grundschulen 50 Kinder aus Flüchtlingsfamilien aufgenommen, aber nur 14 von ihnen besuchen Dorfschulen. "Für die langfristige Sicherung ländlicher Grundschulen hat dies keinerlei Bedeutung", sagte die Sprecherin der Gemeinde, Nadine Schley. Vielmehr werde das Konzept verfolgt, auf dem Land Schwerpunktschulen mit mindestens zwei Klassen pro Jahrgang zu bilden: "Dies ist auch im Hinblick auf die Inklusion von Vorteil." Zudem sei es schwer, Schulleitungen zu finden.

Die kleine Grundschule in Tripkau am nördlichen Elbufer (Landkreis Lüneburg) existiert nur wegen einer Ausnahmegenehmigung des Landes. Sie ist eine Außenstelle der Grundschule Neuhaus. Derzeit werden dort insgesamt 26 Erst- bis Drittklässler unterrichtet. Flüchtlingskinder gibt es nach Auskunft der Schule in Tripkau nicht.

In Uelzen droht die Schließung der Grundschule Molzen, falls sie in diesem Jahr wieder unter 13 Erstklässler zählt. Dies werde erst am Tag der Einschulung feststehen, sagte Stadtsprecherin Ute Krüger. Aktuell liege die Zahl der Anmeldungen noch unter 13. In Uelzen wurden bisher 90 Schüler aus Flüchtlingsfamilien an Grundschulen aufgenommen, allerdings keine im Einzugsbereich von Molzen.

In Meppen im Emsland hat der Rat die Schließung der Grundschule Teglingen beschlossen. Die Schüler müssen demnächst mit dem Bus ins rund sieben Kilometer entfernte Bokeloh fahren. Flüchtlingsfamilien werden einem Stadtsprecher zufolge meist nicht in kleinen Dörfern wie Teglingen, sondern in Ortsteilen mit möglichst guter Infrastruktur untergebracht.