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Landvolk: Obergrenze für Milch ist Aktionismus

Milch in einem Glas.
Milch in einem Glas.
Foto: dpa

Hannover. Niedersachsens Landvolk hat die Forderung grüner Länder-Agrarminister nach einer staatlich verordneten Obergrenze für die Milchproduktion als Aktionismus kritisiert. EU-Agrarkommissar Phil Hogan habe die Rückkehr zur Regulierung der Milchmenge auf dem Bauerntag in Hannover ausgeschlossen, sagte Landvolkvizepräsident Albert Schulte to Brinke am Donnerstag, 14. Juli 2016. Auch Äußerungen von Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus wies er zurück. Der SPD-Politiker vermisste Kooperationsbereitschaft der Bauern, weil sie die Menge nicht drosselten. "Dabei haben unsere Milchbauern genau das inzwischen längst umgesetzt", sagte Schulte to Brinke zur andauernden Milchpreiskrise.

Am Freitag beraten die Agrarminister von Bund und Ländern auf einer Sonderkonferenz in Brüssel über Wege aus der Milchkrise. In den Gesprächen soll es darum gehen, weitere Finanzhilfen verfügbar zu machen, diese aber an nachprüfbare Mengenreduzierungen zu koppeln. Die grünen Agrarminister von sechs Bundesländern fordern einem Zeitungsbericht zufolge eine staatliche Begrenzung der Milchmenge - zeitlich befristet und entschädigungslos.

«Wir haben keine deutsche Milchwirtschaft, die nach Plan wie eine Fabrik auf Volllast oder mit reduziertem Output gefahren werden kann», erklärte Schulte to Brinke. Deutlich höhere Schlachtzahlen bei den Kühen wertete das Landvolk als Beleg für Produktionsdrosselungen. Die Anlieferung der deutschen Milchbauern an die Molkereien lägen derzeit um mehr als drei Prozent unter dem Vorjahreswert.