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Paarungszeit und Getreideernte - Gefahr von Wildunfällen steigt

Hannover. Wegen der Paarungszeit beim Rehwild warnen die Landesjägerschaft und die Polizei vor vermehrten Wildunfällen. Blind vor Liebe laufe so mancher Rehbock seiner Auserwählten oft kilometerweit über Straßen und Fahrbahnen hinweg hinterher, teilte die Polizei mit. Nicht nur wie sonst üblich in den Dämmerungs- und Nachtstunden, sondern auch tagsüber herrsche vermehrter Wildwechsel.

Autofahrer sollten den Straßenrand verstärkt im Blick behalten und bremsbereit sein, lautet der Rat. Wenn ein Zusammenstoß unvermeidlich erscheine, solle nicht ausgewichen sondern das Lenkrad festgehalten und weiter gebremst werden. Eine Kollision mit einem Stück Wild sei auf jeden Fall glimpflicher, als der Aufprall an einem Baum oder die Landung im Straßengraben. Die Paarungszeit beim Rehwild dauere von Mitte Juli bis Mitte August, so die Jägerschaft.

Unterschlupf verschwindet schlagartig

Zusätzlich aufgescheucht würden Wildtiere durch die derzeit laufende Getreideernte, berichteten Jägerschaft und Polizei. Tiere würden nicht nur durch die Mähdrescher aufgeschreckt, außerdem verschwinde schlagartig ihr sicherer Unterschlupf in den Feldern und die Tiere seien auch tagsüber auf der Suche nach einer neuen Bleibe und überquerten dabei auch oftmals Straßen. Eine Gefahr für Autofahrer stellten während der Erntezeit auch moderne landwirtschaftliche Fahrzeuge dar, die viel schneller als alte Traktoren unterwegs sind und schwerer zu überholen seien.

Im Jagdjahr 2014/2015 gab es insgesamt 26.435 Wildunfälle, 23.835 davon mit Rehwild. Im vorherigen Jagdjahr gab es 30.261 Wildunfälle, 27.722 mit Rehwild. Die Jägerschaft versuche mit Warnhinweisen und Reflektoren, Wildunfälle zu verhindern, sagte der Sprecher der Jägerschaft, Florian Rölfing.