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Studie: Wie lange arbeiten Niedersachsens Lehrer wirklich?

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Foto: dpa

Hannover. Fast ein Jahr lang haben rund 3.000 niedersächsische Lehrer auf die Minute genau ihre Arbeitszeit protokolliert. Das Ergebnis dieser Arbeitszeitstudie will die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Montag, 1. August 2016, um 11.30 Uhr vorstellen.

"Wir haben Lehrkräfte an allen Schulformen gebeten, ihre Arbeitszeit mithilfe einer Software zur Zeiterfassung einzutragen", sagte Sprecher Arne Karrasch von der GEW. Dabei sei in bis zu 23 Kategorien von Lehrertätigkeiten wie etwa Unterrichtsvorbereitung, Konferenz und Elterngespräch differenziert worden. Die Daten wurden von Wissenschaftlern der Universität Göttingen ausgewertet.

90.000 Teilnehmer bei Onlinebefragung

Hintergrund der Studie: Im Juni 2015 hatte das Oberverwaltungsgericht Lüneburg entschieden, dass die von der Landesregierung beschlossene Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung für Gymnasiallehrer von 23,5 auf 24,5 Wochenstunden verfassungswidrig ist. Das Gericht kritisierte unter anderem, dass es bislang keinerlei belastbare und nachvollziehbare Erfassung der Arbeitsbelastung der Lehrer gibt.

Zusätzlich zu der GEW-Studie hat auch das Kultusministerium rund 90.000 Pädagogen in einer Online-Befragung um Auskunft über ihre Arbeitsbelastung gebeten. Dabei soll untersucht werden, ob die Vorgaben der Landesregierung zu Inklusion, Ganztagsschulen und interkultureller Bildung die Lehrer zu sehr belasten. Die Arbeitszeit spielt keine Rolle. Sowohl die Studie der GEW als auch die des Kultusministeriums sollen später von einer Expertenrunde ausgewertet werden.