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Heiligenstadt unter Druck: Das fordern die Gymnasiallehrer

Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD). Die Gewerkschaft der Gymnasiallehrer will, dass sie die Arbeitszeit der Lehrer untersuchen lässt.
Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD). Die Gewerkschaft der Gymnasiallehrer will, dass sie die Arbeitszeit der Lehrer untersuchen lässt.
Foto: dpa

Hannover. Der Philologenverband drängt bei der niedersächsischen Landesregierung weiter darauf, dass die genaue Arbeitszeit der Lehrer untersucht wird. Der Verfassungs- und Verwaltungsrechtler Ulrich Battis präsentiert am Mittwoch (10. August 2016, 12 Uhr) in Hannover ein im Auftrag des Gymnasiallehrerverbandes erstelltes Gutachten. Battis will bewerten, ob die Haltung der Landesregierung rechtskonform ist, die Arbeitszeit nicht zu erfassen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte erst kürzlich eine eigene Studie zur Lehrerarbeitszeit vorgelegt. Demnach arbeiten Niedersachsens Gymnasiallehrer im Durchschnitt pro Woche etwa drei Stunden zu viel, Grundschullehrer kommen pro Woche auf eine Stunde und zwanzig Minuten Mehrarbeit. Für die Studie hatten knapp 2.900 Lehrkräfte aus 255 Schulen fast ein Jahr lang ihre Arbeitszeit auf die Minute genau protokolliert.

Das Kultusministerium hatte die rund 90.000 Pädagogen in Niedersachsen bisher in einer Online-Befragung nur um Auskunft über ihre Arbeitsbelastung gebeten. Die Arbeitszeit spielte dabei keine Rolle, damit soll sich später ein Expertengremium befassen, hatte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt Ende Mai erklärt.