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Waffenruhe in Syrien: USA sehen noch Hoffnung

US-Außenminister John Kerry
US-Außenminister John Kerry
Foto: dpa
  • Syrische Armee erklärt Waffenruhe für ebendet.
  • US-Außenminister sieht das anders.

New York. Die USA wollen die Waffenruhe in Syrien noch nicht für gescheitert erklären. Man sei bereit, die Vereinbarung zu verlängern, erklärte der Sprecher des Außenministeriums, John Kirby, am Montag (19. September 2016) in einer Mitteilung. Man werde mit der russischen Seite beraten und sie weiter dazu drängen, ihren Einfluss auf das syrische Regime von Baschar al-Assad geltend zu machen.

Die syrische Armee hatte die Waffenruhe zuvor für beendet erklärt. Kirby teilte mit, man habe diese Äußerungen gesehen. Die Vereinbarung habe man aber mit Russland getroffen. Moskau sei dafür verantwortlich, dass sich das syrische Regime daran halte. "Wir erwarten, dass Russland Klarheit über die eigene Position schafft."

Außenminister John Kerry zeigte sich bei einem Auftritt in New York irritiert über die Äußerungen der syrischen Seite: "Es wäre gut, wenn sie nicht zuerst mit der Presse reden würden, sondern mit den Leuten, die das tatsächlich verhandeln." Es sei Zeit, die Effekthascherei zu beenden. "Wir haben heute erstmals echte Bewegung bei der Lieferung von Hilfsgütern gesehen, lasst uns einfach sehen, wo wir stehen."

Die von den USA und Russland ausgehandelte Feuerpause war vor einer Woche in Kraft getreten und hatte in den ersten Tagen größtenteils gehalten. Zuletzt wurde sie jedoch immer brüchiger.