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Vollverschleierte Schülerin beschäftigt Verfassungsschutz

  • Schülerin trägt Vollverschleierung.
  • Landesschulbehörde für Verzicht.
  • Zehntklässlerin soll Nikab ablegen.

Belm. Die niedersächsische Landesschulbehörde will eine Zehntklässlerin vom Verzicht auf ihre Vollverschleierung überzeugen. Das Mädchen trage seit dem Schuljahr 2013/14 einen Nikab, teilten Sprecher des Kultus- und Innenministeriums in Hannover am Freitag, 30. September, mit. Nach einem Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" handelt es sich um die Schülerin einer Oberschule aus Belm bei Osnabrück.

Den Fall hatte die Schule erst am 26. August an die zuständige Behörde gemeldet. Kurz zuvor hatte das Osnabrücker Verwaltungsgericht in einer viel beachteten Entscheidung im Streit zwischen einer Schülerin und einem Abendgymnasium um das Tragen eines Nikab das Verbot der Schule bestätigt.

Bist du es wirklich?

Die 18-Jährige wollte im Unterricht nicht auf den Schleier verzichten. Aus Sicht der Landesschulbehörde ist beim Tragen eines Vollschleiers nicht mehr die offene Kommunikation gewährleistet und auch die eindeutige Identifikation der Schülerin nicht möglich. Im Unterschied zur Abendschülerin fällt die Nikab-Trägerin in Belm noch unter die Schulpflicht. Daher kann die Schule in diesem Fall die Schülerin nicht vom Unterricht ausschließen.

Behörde leistet Überzeugungsarbeit

In Beratungsgesprächen werde jetzt versucht, die Zehntklässlerin vom Verzicht auf den Nikab zu überzeugen. "Die niedersächsische Landesschulbehörde ist damit beauftragt, diesbezüglich die Schule weiter zu beraten und zu unterstützen mit dem Ziel, eine Verhaltensänderung bei der Schülerin zu bewirken", heißt es in einer Stellungnahme des Kultusministeriums.

Auch der Verfassungsschutz sei von der Landesschulbehörde informiert worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Die im Aufbau befindliche Kompetenzstelle Islamismusprävention sei eingeschaltet und stelle sicher, dass der Verein für jugend- und familienpädagogische Beratung tätig werde.

Bislang fünf Vollverschleierte

Insgesamt sind den Schulbehörden nach Ministeriumsangaben bislang fünf Fälle bekannt, in denen Schülerinnen vollverschleiert zum Unterricht erscheinen. Dreimal hätten die Schülerinnen nach Beratungsgesprächen den Schleier abgelegt. Bei den beiden anderen Fällen handelte es sich um die Schülerin des Osnabrücker Abendgymnsaiums und um das Mädchen in Belm.