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Trotz geringer Ernte: Niedersachsen bleibt Kartoffelland Nummer eins

Ein Landwirt hält  frisch geerntete Frühkartoffeln der Sorte Annabelle in den Händen.
Ein Landwirt hält frisch geerntete Frühkartoffeln der Sorte Annabelle in den Händen.
Foto: dpa

Badbergen. Die Ackerbaubetriebe in Niedersachsen haben in diesem Jahr mit großen Wetterkapriolen fertig werden müssen: Kühles Wetter im Frühjahr, Trockenheit, Starkregen im Sommer und Trockenheit im Spätsommer führten zum Teil zu Pilzerkrankungen und schlechten Ernten, sagte der Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Gerhard Schwetje, am Mittwoch, 12. Oktober 2016, bei der Erntebilanz.

Regional große Unterschiede

Die noch laufende Kartoffelernte liege zum Beispiel ersten Einschätzungen zufolge in diesem Jahr leicht unter dem Vorjahresniveau, sagte Schwetje. Dennoch freuten sich die Landwirte im Vorjahresvergleich über zwölf Prozent bessere Preise bei Speisekartoffeln. Er rechne aber nicht damit, dass die Verbraucher die höheren Erzeugerpreise in den Geschäften zu spüren bekämen, meinte Schwetje.

Auch die Landwirte, die Kartoffeln für Chips und Pommes liefern, haben laut Kammer gute Preise erzielt. Das liege an einer schlechten Ernte in den Hauptanbaugebieten in Benelux und dem Niederrhein. Die Kartoffel-Anbaufläche sei mit 106 800 Hektar konstant geblieben. "Damit bleiben wir mit Abstand das größte kartoffelbauende Bundesland in Deutschland."

Klimawandel kommt

Die Landwirtschaft in Niedersachsen müsse sich auf den Klimawandel einstellen, sagte der Kammerpräsident. So werde die jährliche Niederschlagsmenge zunehmen, aber die Sommerniederschläge würden geringer ausfallen.

Wegen der steigenden Jahresdurchschnittstemperatur sei auch der Anbau von Pflanzen denkbar, die es im Moment noch nicht oder kaum in Deutschland gebe - etwa die Sojabohne, die bislang überwiegend importiert wird.

Nach den wirtschaftlich schweren Jahren für Milch- und Schweinebauern müssen sich in den kommenden Jahren laut Swetje auch die Ackerbauern auf eine härtere Zeit einstellen. "Eine schwierige Phase liegt möglicherweise auch im Ackerbau vor uns."