Welt 

Erdogan scheitert erneut gegen Böhmermann

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan (l.) ist mit seiner Beschwerde gegen die Einstellung des Verfahrens gegen TV-Satiriker Jan Böhmermann gescheitert.
Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan (l.) ist mit seiner Beschwerde gegen die Einstellung des Verfahrens gegen TV-Satiriker Jan Böhmermann gescheitert.
Foto: dpa

Koblenz/Ankara. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ist mit seiner Beschwerde wegen der Einstellung der Mainzer Ermittlungen gegen ZDF-Moderator Jan Böhmermann (35) gescheitert. Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz wies sie nach Mitteilung vom Freitag, 14. Oktober, als unbegründet zurück.

TV-Satiriker und Grimme-Preisträger Böhmermann hatte sein Gedicht "Schmähkritik" Ende März in seiner Sendung "Neo Magazin Royale" vorgetragen. Darin hatte er Erdogan mit Kinderpornografie und Sex mit Tieren in Verbindung gebracht, aber darauf hingewiesen, dass dieses auch in Deutschland nicht erlaubt sei. Die Staatsanwaltschaft Mainz stellte aber die Ermittlungen wegen Beleidigung unter anderem mit Hinweis auf die Kunst- und Meinungsfreiheit ein. Erdogan stehe jetzt noch ein Klageerzwingungsverfahren offen.

500.000 Zuschauer für Böhmermanns "Wetten, dass?"

Unterdessen hat Böhmermanns Parodie auf die vor zwei Jahren eingestellte ZDF-Show "Wetten, dass ...?" am Donnerstagabend auf dem Spartensender ZDF neo knapp 500.000 Zuschauer und damit einen Marktanteil von 2,3 Prozent erreicht. Besser war die Quote nur bei Böhmermanns Bildschirm-Rückkehr im Mai nach seiner "Schmähkritik" über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mit etwa 600.000.

Vor der Ausstrahlung hatte das ZDF betont, dass Böhmermanns "Wetten, dass...?" eine Folge von dessen Sendung "Neo Magazin Royale" sei, nicht um eine Wiederbelebung der Samstagabend-Show. Eine seiner Wetten: Ein Kind könne mit zwei (von Samsung wegen Brandgefahr vom Markt genommenen) Galaxy Note 7 Waffeln backen.