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Trotz Friedensgesprächen: Russland schickt Flotte nach Syrien

Der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew (r.) bei einer Inspektion auf dem Flugzeugträger "Admiral Kusnezow". Ein Flottenverband unter Führung jenes Schiffs steuert die syrische Küste an.
Der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew (r.) bei einer Inspektion auf dem Flugzeugträger "Admiral Kusnezow". Ein Flottenverband unter Führung jenes Schiffs steuert die syrische Küste an.
Foto: dpa

Moskau/Damaskus. Während die USA und Russland in Lausanne ihre Friedensgespräche für Syrien wieder aufgenommen haben, ist ein russischer Schiffsverband unter Führung des Flugzeugträgers "Admiral Kusnezow" und des Atomkreuzers "Pjotr Weliki" auf dem Weg ins Mittelmeer, um die syrische Küste anzulaufen. Frühere Vereinbarungen über Feuerpausen waren immer wieder nach wenigen Tagen gebrochen worden.

Der Weg vom Hafen Seweromorsk nahe Norwegen ins Mittelmeer dauere etwa zehn Tage, sagte Admiral Wiktor Krawtschenko am Samstag, 15. Oktober, der Agentur Interfax zufolge. Moskauer Medien zufolge will Russland seinen einzigen Flugzeugträger in den nächsten Monaten bei den Luftangriffen in Syrien einsetzen. Moskau kämpft seit September 2015 in dem Bürgerkriegsland, um das Regime von Präsident Baschar al-Assad zu stützen.

"Einsatz im Interesse Russlands"

Unterdessen besuchte eine Parlamentarierdelegation aus Moskau die beiden russischen Militärstützpunkte in Syrien. Die Mitglieder des Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses des Föderationsrates wollten sich ein Bild von der Lage machen, sagte Delegationsleiter Viktor Oserow.

"Die Soldaten sind sich bewusst, dass ihr Anti-Terror-Kampf in Syrien auch im Interesse Russlands ist", betonte Oserow. "Gleichwohl wissen sie, dass sie mit ihrem Einsatz nur die Bedingungen für eine politische Lösung des Problems schaffen", sagte der Senator.