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Mossul-Offensive: Iraks Armee meldet weitere Geländegewinne

Pershmerga-Kämpfer am 14. August auf dem Weg zu ihrer Militäroperation in Mossul
Pershmerga-Kämpfer am 14. August auf dem Weg zu ihrer Militäroperation in Mossul
Foto: dpa
  • Den zweiten Tag in Folge rücken irakische Kräfte auf die IS-Hochburg Mossul vor.
  • Kampflos nehmen sie eine einst vor allem von Christen bewohnte Stadt ein.
  • Doch es gibt auch Gegenwehr des IS.

Mossul. Am zweiten Tag der Großoffensive auf die IS-Hochburg Mossul melden irakische Sicherheitskräfte weitere Geländegewinne gegen die Extremisten. Die Armee rückte am Dienstag nach eigenen Angaben kampflos in die früher fast ausschließlich von Christen bewohnte Stadt Karakusch südöstlich von Mossul ein. Die Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) seien zuvor aus dem Ort geflohen, erklärte ein Militärsprecher. In anderen Gebieten mussten die Sicherheitskräfte hingegen mehrere Gegenangriffe abwehren.

Karakusch war einst eine der größten christlichen Städte im Irak. Die IS-Extremisten hatten den Ort vor mehr als zwei Jahren eingenommen, nachdem sich kurdische Peschmerga von dort zurückgezogen hatten. Zehntausende Christen flohen damals vor den Extremisten.

Mossul ist die letzte Bastion des IS im Irak. Armee, kurdische Peschmerga-Kämpfer und lokale sunnitische Milizen hatten am Montag eine lang erwartete Großoffensive auf die Stadt begonnen und erste Orte eingenommen. Der Sprecher der US-Streitkräfte, John Dorrian, erklärte über Twitter, Armee und Peschmerga hätten ihre Ziele bisher im oder vor dem Zeitplan erreicht. Sollte Mossul vom IS befreit werden, wäre die Terrormiliz im Irak militärisch weitgehend besiegt.

Sieg gegen IS gefährlich für Europa?

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sieht keine entscheidend neue Sicherheitslage für Deutschland wegen der Offensive. "Ich sehe durch den Kampf gegen den IS vor Ort keine zusätzliche Gefährdung von Deutschland - die Gefahr ist bereits hoch", sagte er nach einem Gespräch mit EU-Sicherheitskommissar Julian King in Berlin.

Dieser warnte jedoch vor negativen Folgen für Europas Sicherheit. "Die Rückeroberung der nordirakischen IS-Hochburg Mossul kann dazu führen, dass gewaltbereite IS-Kämpfer nach Europa zurückkommen", sagte King der "Welt" (Dienstag). Das sei eine sehr ernste Bedrohung.

Frankreich, der Irak und weitere Partner wollen am Donnerstag in Paris über die künftige Stabilisierung von Mossul beraten. Mehr als 20 Länder und Organisationen sollten an dem Treffen teilnehmen, wie das französische Außenministerium mitteilte.