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Geflügelpest: Kreise in Niedersachsen ordnen Stallpflicht an

In Schleswig-Holstein ist besonders die Region um die Stadt Plön betroffen. Mitarbeiter der Stadtwerke bringen ein Schild mit dem Hinweis auf den eingerichteten Sperrbezirk an.
In Schleswig-Holstein ist besonders die Region um die Stadt Plön betroffen. Mitarbeiter der Stadtwerke bringen ein Schild mit dem Hinweis auf den eingerichteten Sperrbezirk an.
Foto: dpa

Hannover. Nach dem Auftreten der Geflügelpest in Schleswig-Holstein sowie in Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg ergreifen die Behörden in Niedersachsen Vorsichtsmaßnahmen gegen die erwartete weitere Ausbreitung des gefährlichen Virus: Ab sofort gilt in den Landkreisen Emsland, Cloppenburg sowie Grafschaft Bentheim die Stallpflicht für Geflügel. Im Landkreis Vechta tritt die Regelung am Samstag in Kraft.

Bis Ende Januar dürfen Hühner, Enten, Truthähne, Gänse und andere gefiederte Nutztiere nicht ins Freie, teilten die Landkreise am Donnerstag, 10. November, mit. Aktueller Anlass seien mehrere Infektionen von Wildvögeln mit dem hochansteckenden Erreger-Typ H5N8 in Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern.

Eine Verbreitung des Erregers durch Wildvögel sei wahrscheinlich, daher sei die Stallpflicht die einzig geeignete Maßnahme, sagte Landrat Reinhard Winter im Emsland. Sowohl der Landkreis Emsland als auch die Grafschaft Bentheim sind Rastgebiete für wildlebende Wat- und Wasservögel. Gleichzeitig gibt es dort viele Geflügelbetriebe.

Bei Ansteckung droht Milliardenschaden

Im Emsland werden nach Angaben des Landkreises 35 Millionen Stück Geflügel gehalten, in der Grafschaft Bentheim sind es 9,4 Millionen, in Cloppenburg 13,2 Millionen und in Vechta 14,8 Millionen.

Aus Sicht des Landesverbandes Geflügelwirtschaft ist die Stallpflicht grundsätzlich sinnvoll. Im Falle einer Ansteckung der Geflügelbestände drohe sonst ein Schaden in Milliardenhöhe, sagte der Vorsitzende, Friedrich-Otto Ripke.