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Nach Luftangriffen: Ostteil Aleppos ohne größeres Krankenhaus

Ein Vater hält vor einem Krankenhaus in Aleppo seinen toten Sohn in den Armen. (Archivbild)
Ein Vater hält vor einem Krankenhaus in Aleppo seinen toten Sohn in den Armen. (Archivbild)
Foto: dpa

Aleppo. Nach andauernden Angriffen auf Krankenhäuser in den Rebellengebieten Aleppos sind alle größeren Kliniken einer Hilfsorganisation zufolge außer Betrieb. Zuletzt sei das Omar Bin Abdul Asis Krankenhaus im Ostteil der belagerten Stadt am Freitagabend von einer Reihe von Bombardements des syrischen Regimes und seiner Verbündeten getroffen und zerstört worden. Das teilte die Union of Syrian Medical Organizations (UOSSM) am Samstag mit.

Auch letzte Kinderklinik außer Betrieb

Es war zunächst nicht klar, ob bei den Angriffen Menschen starben. Berichten zufolge seien aber Menschen unter den Trümmern verschüttet. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte den Angriff auf die Einrichtung.

Vier weitere Krankenhäuser hatten UOSSM zufolge am Freitag nach schweren Luftschlägen geschlossen werden müssen. Unter den Kliniken sei auch die letzte noch funktionierende Kinderklinik im Osten Aleppos gewesen.

Rotes Kreuz warnt vor Kollaps

Das Deutsche Rote Kreuz hat vor dem kompletten Zusammenbruch der Infrastruktur in der umkämpften syrische Stadt Aleppo gewarnt. Wenn das Stromnetz zusammenbreche, sei auch die Wasserversorgung betroffen, sagte der Leiter der internationalen Zusammenarbeit, Christof Johnen, dem Berliner "Tagesspiegel" (Samstag).

Wenn diese nicht mehr funktioniere, versage das Abwassersystem. "Das kann der Auftakt zu fatalen Abwärtsspiralen sein, die das gesamte Versorgungssystem einer Großstadt wie Aleppo gefährden", sagte Johnen.