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Farc-Rebellen: "Völkermord an Vertretern sozialer Bewegungen"

Bogotá. Die kolumbianische Guerillaorganisation Farc hat die jüngste Welle der Gewalt gegen Aktivisten in dem südamerikanischen Land kritisiert. In einem offenen Brief an die Regierung forderten die Rebellen am Montag, 21. November, Schutz für die Anführer linker Gruppen. "Es ist ein neuer Völkermord an Vertretern sozialer Bewegungen und von Bauernverbänden im Gange", hieß es in dem Schreiben der Guerillagruppe.

Seit Jahresbeginn seien über 200 Aktivisten getötet worden. Paramilitärische Einheiten verübten die Angriffe im Auftrag mächtiger Interessensgruppen.

Friedensvertrag im September

Die kolumbianische Regierung und die Farc hatten Ende September einen Friedensvertrag unterzeichnet. Allerdings lehnten die Kolumbianer das Abkommen in einer Volksabstimmung ab. Der überarbeitete Vertrag soll in den kommenden Tagen unterschrieben und vom Kongress gebilligt werden. Die Rebellen fürchten, ihre Mitglieder könnten Ziel von Angriffen werden, sobald sie die Waffen niederlegen.

Die Regierung müsse verhindern, dass sich die Geschichte wiederholt, schrieb die Farc-Führung. In den 1980er Jahren war aus den Reihen der Farc heraus die politische Partei Unión Patriótica (UP) gegründet worden. Paramilitärs töteten damals über 5.000 UP-Mitglieder.