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Grüne: Schmidts Veggie-Vorstoß reine Stimmungsmache

Vegane Pommes frites und ein veganes Sandwich.
Vegane Pommes frites und ein veganes Sandwich.
Foto: dpa

Passau. Die verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Nicole Maisch, hat den Vorstoß von Bundesagrarminister Christian Schmidt zum Verbot von Fleischbezeichnungen für vegetarische und vegane Lebensmittel kritisiert.

Dass der CSU-Politiker Vegetariern ihr Würstchen oder pflanzliches Schnitzel missgönne, sei "reine Stimmungsmache" und habe nichts mit dem Schutz vor Täuschung zu tun, sagte Maisch der "Passauer Neue Presse" (Donnerstag). "Niemand erwartet in einem veganen Knacker Fleisch." Schmidt hatte Begriffe wie "vegetarisches Schnitzel" oder "vegane Currywurst" als irreführend bezeichnet.

Verbraucher können selbst einordnen

Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne) sagte der "Nordwest-Zeitung" (Donnerstag): "Wenn klar ersichtlich ist, dass es sich um vegane oder vegetarische Lebensmittel handelt, sind die Verbraucher auch in der Lage, diese Produkte einzuordnen." Sie wüssten, dass es sich trotz der Bezeichnungen um keine fleischhaltigen Produkte handele.

Die Vorsitzende des Bundestags-Umweltausschusses, Bärbel Höhn (Grüne), kritisierte Schmidts Forderung, in Kantinen von Schulen und Kindergärten regelmäßig Schweinefleisch anzubieten. Die riesige Schweinefleisch-Produktion führe zu gewaltigen Umweltbelastungen, etwa durch Nitrat oder Ammoniak im Trinkwasser, sagte sie den "Ruhr Nachrichten" (Donnerstag).