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Wegen eines Zugs: Serbien droht Kosovo mit Krieg

Der Zug mit der provozierenden Aufschrift im Bahnhof von Belgrad: "Kosovo ist Serbien."
Der Zug mit der provozierenden Aufschrift im Bahnhof von Belgrad: "Kosovo ist Serbien."

Belgrad/Priština. Ein Personenzug, den Serbien am Samstag erstmals seit fast 20 Jahren auf die Reise von Belgrad ins Kosovo geschickt hat, hat für einen neuen Tiefpunkt in den ohnehin zerrütteten Beziehungen zwischen beiden Ländern gesorgt. Albanische Polizisten stoppten den Zug an der Grenze - Serbien droht nun mit Krieg.

Serbiens Präsident Tomislav Nikolic kündigte am Sonntag den Einsatz der Armee an: "Wir werden die Armee schicken, um die Serben vor ihrer potenziellen Ermordung zu schützen", sagte der Staatschef nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates

Serbien hatte den Zug nach dem Bürgerkrieg vor fast zwei Jahrzehnten auf die Reise in den Norden des Kosovos geschickt, wo die serbische Minderheit die lokale Mehrheit stellt. Allerdings hatte der von Russland gekaufte Zug viele umstrittene Symbole an Bord. So war er mit Fotos von Fresken aus serbischen Klöstern im Kosovo geschmückt.

In zahlreichen Sprachen - auch in Albanisch - war auf dem Zug zu lesen: "Kosovo ist Serbien". Kosovo-Präsident Hashim Thaci sprach von einer Provokation und wies die Sicherheitskräfte an, den Zug zu stoppen.

"Thaci hat wegen des Zugs beinahe einen Krieg ausgelöst", schrieb die serbische Regierungszeitung "Novosti" am Sonntag auf der Titelseite. "Wir haben einen Zug und keinen Panzer geschickt", empörte sich Serbiens Regierungschef Aleksandar Vucic. Und ergänzte: "Aber die Panzer können wir auch schicken."

Eine Spezialeinheit der kosovarischen Polizei sei mit gepanzerten Fahrzeugen angerückt. Serben aus dem Nordkosovo hatten daraufhin die Polizisten eingekreist,

Um Blutvergießen zu vermeiden, habe er die Rückkehr des Zuges nach Belgrad angeordnet, sagte Vucic am Sonntag und wiederholte Drohungen gegen Kosovo: "Das ist meine letzte Warnung, keinen Angriff auf Serben im Kosovo zu versuchen", sagte der in Serbien alles bestimmende Politiker: "Denn das wird Serbien nicht erlauben."

Unterdessen hat die kosovarische Regierung ihre 4.500 Mann zählenden Streitkräfte in Alarmbereitschaft versetzt.

Das fast nur noch von Albanern bewohnte Kosovo war 2008 von Serbien abgefallen. Belgrad will seine frühere Provinz wieder zurückhaben. Die EU vermittelt seit Jahren weitgehend ohne Erfolg.