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In Türkei sofort gesperrt: Online-Medium von Journalist Can Dündar

Der türkische Journalist Can Dündar
Der türkische Journalist Can Dündar
Foto: dpa
  • Das Online-Medium ist gestartet, schon ist es in der Türkei nicht mehr zu erreichen.
  • Can Dündar gibt sich unbeeindruckt.
  • Er will umso entschlossener weiterarbeiten

Istanbul/Berlin. Das neue zweisprachige Online-Medium des regimekritischen türkischen Journalisten Can Dündar ist in der Türkei gesperrt worden. "Özgürüz" (Wir sind frei) sei durch die Behörde für Informationstechnologie (BTK) geblockt worden, hieß es am Freitag, 26. Januar, in einer Mitteilung, die anstatt der Webseite des Mediums erschien.

Dabei bezieht sich die Behörde nach eigenen Angaben auf ein Gesetz, das den Zugang zu als gefährlich eingestuften Webseiten regelt.

Das Projekt mit Texten auf Deutsch und Türkisch hatte Dündar zusammen mit dem türkischen Journalisten Hayko Bagdat und dem gemeinnützigen Recherchezentrum Correctiv am Dienstag in Berlin gestartet. Es soll nach Angaben der Initiatoren unter anderem über die Politik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan berichten.

Sperrung war nicht überraschend

"Die Sperrung kam für uns nicht völlig überraschend, damit musste man rechnen", sagte Correctiv-Chefredakteur Markus Grill. "Die Arbeit der Redaktion ist dadurch aber in keiner Weise beeinträchtigt, wir machen weiter wie bisher." Wie geplant sollen auf der Webseite Berichte und Vidos auf Türkisch und Deutsch veröffentlicht werden.

Can Dündar kommentierte die Sperrung am Freitag so: "Özgürüz" sei bereits blockiert worden, zwölf Stunden bevor die eigentliche Berichterstattung begonnen habe. "Dass eine Webseite, deren Inhalt noch nicht bekannt ist, verboten wird, weil sie als verdächtig eingestuft wird, ist ein weiterer Beweis dafür, wie die Gerechtigkeit in der Türkei funktioniert."

"Özgürüz" sei entstanden, um genau gegen diese Zensur und Ungerechtigkeit zu kämpfen. "Diese Entscheidung hat nur dazu gedient, dass wir noch entschlossener sind"