Welt 

Schulz als SPD-Kandidat nominiert - und Gabriel hält sich raus

Martin Schulz (l, hier bei einer Fraktionssitzung am 25. Januar) ist vom SPD-Parteivorstand zum Kanzlerkandidaten und Parteichef nominiert worden. Neben ihm Noch-Vorsitzender Sigmar Gabriel, zwischen den beiden der stellvertretende Fraktionschef Hubertus Heil aus Peine.
Martin Schulz (l, hier bei einer Fraktionssitzung am 25. Januar) ist vom SPD-Parteivorstand zum Kanzlerkandidaten und Parteichef nominiert worden. Neben ihm Noch-Vorsitzender Sigmar Gabriel, zwischen den beiden der stellvertretende Fraktionschef Hubertus Heil aus Peine.
Foto: dpa

Berlin. Nun ist es offiziell: Die SPD zieht mit Martin Schulz als Kanzlerkandidat in die Bundestagswahl. Der Parteivorstand bestätigte den 61 Jahre alten bisherigen Europa-Politiker am Sonntag in Berlin einstimmig als Herausforderer von Angela Merkel (CDU) und als künftigen Parteichef.

Der noch amtierende Vorsitzende Sigmar Gabriel kündigte an, sich sofort aus der Arbeit der Parteizentrale herauszuhalten. Schulz soll am 19. März auf einem Sonderparteitag in Berlin dann offiziell zum Parteichef gewählt werden.

In der Sitzung betonte Schulz, die SPD müsse noch härter arbeiten, damit die Gesellschaft gerechter werde: "Der Satz, der Mensch steht im Mittelpunkt, ist nicht abgedroschen. Er ist unser Programm und unsere tägliche Aufgabe", wurde er zitiert.

Erwartung an Schulz ist Kritik an Gabriel

Die SPD-Linke fordert, dass Schulz stärker auf die Parteiseele Rücksicht nimmt und kooperativer agiert als der Noch-Vorsitzende Gabriel. Der Chef des mächtigen linken Flügels in der SPD-Bundestagsfraktion, Matthias Miersch, sagte: "Ich bin mir sicher, dass Martin Schulz einen kooperativen Führungsstil leben wird: Zuhören, abwägen und erst dann entscheiden."

Jusos wollen Große Koalition ausschließen

Die Jungsozialisten in der SPD wollen Schulz dazu bewegen, eine weitere große Koalition nach der Bundestagswahl am 24. September auszuschließen. Rot-Rot-Grün müsse eine Option für die SPD sein, sagte die Juso-Vorsitzende Johanna Uekermann der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".