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Hildesheim will Mumien ein Gesicht geben

Hildesheim. Stumme Patienten mit einer unerforschten Geschichte: Drei ägyptische Mumien werden am Mittwoch, 1. Februar, in einer Hildesheimer Klinik tomographisch untersucht. Im Rahmen des Hildesheimer Mumienforschungsprojektes wollen Experten Erkenntnisse über Todeszeitpunkt, Alter, Größe und Gesundheitszustand und die Balsamierungstechnik gewinnen.

Neue Erkenntnisse

Eine der Mumien wurde zuletzt im schottischen Aberdeen aufbewahrt, die beiden anderen in Göttingen. Es handelt sich dem Roemer- und Pelizaeus-Museum zufolge um bislang schlecht oder gar nicht erforschte Mumien. Deshalb seien vollkommen neue Ergebnisse zu erwarten. Die Computer-Tomographie ist ein Röntgenverfahren, bei dem Querschnittbilder des Körpers erstellt werden.

Bislang wurden rund 20 Mumien und Mumienteile aus Ägypten, Peru und den Kanarischen Inseln untersucht. Neben der Computer-Tomographie erfolgten Oberflächenuntersuchungen und Gesichtsrekonstruktionen. Auch bei einer der Mumien, die am Mittwoch untersucht wird, sollen die Daten als Grundlage für eine Gesichtsrekonstruktion dienen.

Mediziner hoffen

Neben der geschichtlichen Forschung soll die Mumienuntersuchung auch der Medizin dienen, wie das Museum mitteilte. So soll der Nachweis von Infektionskrankheiten für die moderne Medizin einen Nutzen haben.