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Unzufriedene Lehrer legen 20 Schulen lahm

GEW-Kundgebung in Hannover.
GEW-Kundgebung in Hannover.
Foto: dpa
  • Hunderte angestellte Lehrer beteiligen sich an Warnstreik.
  • An rund 20 Schulen fällt der Unterricht aus.
  • Am Donnerstag protestieren Straßenwärter.

Hannover. Einen Tag nach der ergebnislos verlaufenen Tarifrunde für Beschäftigte der Länder sind angestellte Lehrer und Schulbedienstete in Niedersachsen und anderen Bundesländern in Warnstreiks getreten. An rund 20 Schulen in Niedersachsen fiel am Mittwoch, 1. Februar, der Unterricht aus. Mehrere Hundert Lehrer und Schulbedienstete traten nach Angaben von Rüdiger Heitefaut von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in den Ausstand, bis zu 500 Menschen beteiligten sich. Für eine Betreuung der Kinder war aber gesorgt.

Straßenwärter streiken Donnerstag

Für den morgigen Donnerstag rief die Gewerkschaft Verdi alle Straßenwärter zu Warnstreiks auf. Außerdem soll es einen ganztägigen Warnstreik an Hamburgs Schulen geben.

Im Tarifstreit im öffentlichen Dienst wollen angestellte Lehrer und Schulangestellte mehr Geld. Deshalb hatte die GEW Sozialpädagogen, Schulassistenten, Sozialarbeiter und angestellte Lehrer an Schulen zu Warnstreiks und verschiedenen Aktionen aufgerufen – aus der Region38 waren davon fünf Schulen in Braunschweig, Wolfsburg und Peine betroffen. In der Innenstadt von Hannover kamen rund 350 Beschäftigte zu einer Protestkundgebung.

In Niedersachsen gibt es nach GEW-Angaben 18.000 Tarifbeschäftigte an Schulen. Rund 78.000 Lehrer im Land sind Beamte. Ein Tarifabschluss im öffentlichen Dienst wird aber in der Regel auch auf Beamte übertragen.

Bundesweit geht es in den Verhandlungen um die Bezahlung von rund einer Million Angestellten der Länder und um das Geld für 2,2 Millionen Beamte von Ländern und Kommunen sowie Pensionäre, auf die das Ergebnis übertragen werden soll.

Sechs Prozent mehr

Die zweite Runde der Tarifgespräche für den öffentlichen Dienst der Länder war am Dienstag zunächst weitgehend ergebnislos verlaufen. Niedersachsens Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD) führt die Verhandlungen für die Arbeitgeberseite. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hatte wiederholt deutlich gemacht, dass sie die Gewerkschaftsforderung mit einem Gesamtvolumen von sechs Prozent Plus für viel zu hoch hält.

Die dritte Verhandlungsrunde für den öffentlichen Dienst beginnt am 16. Februar in Potsdam. Verdi-Bundeschef Frank Bsirske hofft dann auf einen Durchbruch, auch wenn sich dieser derzeit noch nicht abzeichne.

Beim Warnstreik der Straßenwärter in Niedersachsen werden am Donnerstag zu einer zentralen Kundgebung in Hannover auch Beschäftigte aus Braunschweig und Wolfenbüttel erwartet, sagte Verdi-Sprecher Ulf Birch gegenüber news38.de