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Zeitung: Gibt es Ärger fürs Schreddern von Putenküken?

Osnabrück. 

Brütereien in Niedersachsen könnte nach einem Bericht Ärger drohen wegen der Tötung von fast 560.000 gesunden Putenküken. Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" am Freitag, 3. Februar, schreibt, hat das Landwirtschaftsministerium in Hannover die Landkreise Cloppenburg und Oldenburg angewiesen zu überprüfen, ob das Töten der Küken gegen das Tierschutzgesetz verstoßen hat.

Falls dies zutrifft, sollten die Aufsichtsbehörden Ordnungswidrigkeitsverfahren einleiten oder die Staatsanwaltschaft einschalten. Ein Ministeriumssprecher habe entsprechende Informationen des Blattes bestätigt, so die "NOZ".

Keine Alternative?

Eine Abfrage des Ministeriums bei den Kreisbehörden hat demnach ergeben, dass die Unternehmen seit Beginn der Geflügelpest-Epidemie Ende vergangenen Jahres 557.771 Putenküken getötet haben.

Exportbeschränkungen nach dem Ausbruch der Vogelgrippe in der Nähe der Unternehmen hatten die Auslieferung der Tiere ins Ausland erschwert.

Zweifel am "vernünftigen Grund"

"Es gibt schlicht keine Möglichkeit, die Tiere so kurzfristig in derart hoher Zahl in anderen Ställen in Deutschland aufzuziehen", begründete die Sprecherin eines betroffenen Betriebes Mitte Januar auf Nachfrage der "NOZ" das Vorgehen.

Das Tierschutzgesetz erlaubt das Töten von Wirbeltieren nur dann, wenn ein sogenannter vernünftiger Grund vorliegt. Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) habe Zweifel daran, dass dies der Fall gewesen sei, zitiert das Blatt den Ministeriumssprecher.