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Nach AfD-Wirrwar: Hampel Spitzenkandidat für Bundestagswahl

Der Landesvorsitzende der Partei Alternative für Deutschland (AfD) in Niedersachsen, Armin Paul Hampel (auf dem Podium), stimmt am 4. Februar 2017 in Hannover (Niedersachsen) zu Beginn des Parteitages ab. (Archivbild)
Der Landesvorsitzende der Partei Alternative für Deutschland (AfD) in Niedersachsen, Armin Paul Hampel (auf dem Podium), stimmt am 4. Februar 2017 in Hannover (Niedersachsen) zu Beginn des Parteitages ab. (Archivbild)
Foto: dpa

Hannover. Die niedersächsische AfD hat den umstrittenen Landesvorsitzenden Paul Hampel mit großer Mehrheit zu ihrem Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl gewählt. Bei der Aufstellungsversammlung am Samstag in Hannover erhielt der 59-jährige ehemalige Journalist 346 von 407 abgegeben Stimmen. Zwei wenig bekannte Gegenkandidaten hatten geringe Chancen. "In Preußen heißt die erste Devise: Ich diene", sagte Hampel nach der Abstimmung. "Wir schaffen das, wir machen das, ich melde mich auf der Brücke."

Gauland stellt sich hinter Hampel

Nach heftigen Querelen innerhalb der Partei hatte der stellvertretende Bundesvorsitzende Alexander Gauland die Mitglieder vor der Abstimmung zur Einigkeit aufgerufen. Bei der Versammlung zur Listenaufstellung in Hannover stellte sich Gauland hinter den umstrittenen Landesvorsitzenden Paul Hampel. "Er kann die Leute mitreißen, das ist seine große Fähigkeit. Und ich kann Ihnen nur zu diesem Vorsitzenden gratulieren", sagte der brandenburgische AfD-Vorsitzende, der als Gegenspieler von Parteichefin Frauke Petry gilt.

Hampels Gegner werfen ihm einen autoritären Führungsstil vor und machen ihn für das vergleichsweise schlechte Abschneiden der Partei bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen verantwortlich.

Ab nach Berlin?

Der Kandidatenaufstellung war ein erbitterter parteiinterner Clinch vorausgegangen. Mehrere Kreisverbände hatten versucht, die Listenaufstellung zu verschieben, weil sie vorher bei einem Parteitag eine Debatte über die Situation durchsetzen wollten. Das parteiinterne Bundesschiedsgericht hatte schließlich entschieden, dass die Listenauftstellung trotz eines Formfehlers bei der Einladung stattfinden kann.

Zu Beginn des Treffens in Hannover hielt Hampel eine Rede unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die meisten seiner Gegner waren der Aufstellungsversammlung ferngeblieben. Ein Antrag aus dem Kreisverband Oldenburg-Ammerland, die Veranstaltung abzubrechen, wurde von der Mehrheit der 419 anwesenden Parteimitglieder abgelehnt. Etwa 30 Unzufriedene stimmten dafür.

"Hampel will sich doch nur die Pfründe sichern und dann ab nach Berlin. Deshalb sollte man das abbrechen hier", sagte eine Frau aus dem Kreisverband Harburg. Die Aufstellungsversammlung sollte am Sonntag fortgesetzt werden.