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Ich und mein Holz: XXL-Versteigerung in Oerrel

Holzhändler Nobert Buddenkotte nimmt nahe Oerrel bei Munster auf einem Holzlagerplatz einen Douglasienstamm in Augenschein.
Holzhändler Nobert Buddenkotte nimmt nahe Oerrel bei Munster auf einem Holzlagerplatz einen Douglasienstamm in Augenschein.
Foto: dpa
  • Landesforsten bieten ausgesuchte Stämme an.
  • Sägewerker und Holzhändler geben ihre Gebote schriftlich ab.
  • Diesmal war etwas ganz Besonderes mit dabei.

Oerrel. Knapp 2.500 Kubikmeter wertvolles Nadelholz haben die Landesforsten versteigert, darunter sogenanntes Wasserholz. Bei der schriftlichen Auktion wurden insgesamt gut 430.000 Euro erzielt, wie ein Sprecher mitteilte.

Die Landesforsten und andere Waldbesitzer aus Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommmern und Schleswig-Holstein boten in Oerrel und Münden das Holz ausgesuchter Nadelbäume an - insgesamt 1.370 Stämme, vor allem Kiefern, Douglasien und Lärchen.

2.668 Euro für einen Stamm

Teuerster Einzelstamm war in diesem Jahr eine Lärche aus dem niedersächsischen Forstamt Neuhaus. Der Stamm mit einem Volumen von 3,42 Kubikmeter wurde für 2.668 Euro von einem süddeutschen Furnierwerk ersteigert.

Eine Besonderheit der Auktion war Wasserholz, das mehr als vier Jahrzehnte in einem Teich lag. Rekordorkan "Quimburga" hatte die mächtigen Kiefern am 13. November 1972 umgeworfen. Bei 16 Millionen Kubikmetern Sturmholz brach damals der Markt zusammen. Ein Waldbesitzer in Eversen im Landkreis Celle arbeitete die Stämme auf und legte sie im saftfrischen Zustand in dem vorbereiteten Teich ab. So gelangte kein Sauerstoff an das Holz und die Stämme können auch nach über 44 Jahren noch verarbeitet werden.

Ohne Chemie

Nach Angaben der Forstbetriebsgemeinschaft Celler Land hat das teilweise schon von Handwerkern verbaute Wasserholz erhebliche Vorteile: "Dieses Holz trocknet sehr viel schneller als frisch gefälltes Holz und es entstehen weniger Risse", heißt es auf der Homepage der FBG. "Außerdem muss es nicht chemisch behandelt werden, da sämtliche schmackhaften Stoffe für Schädlinge bereits rausgewaschen sind."

Auf dem Lagerplatz Oerrel wurden 13 Stämme der Wasserkiefern angeboten. Sie gingen in ein kleines Sägewerk im Landkreis Uelzen. "Wahrscheinlich wird das Holz am Ende an Tischler in der Region weiterverkauft", sagte Landesforsten-Sprecher Reiner Baumgart.