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Escobars Sohn: Mein Vater wurde nicht erschossen

Juan Pablo Escobar, SOhn des Drogenbarons Pablo Escobar
Juan Pablo Escobar, SOhn des Drogenbarons Pablo Escobar
Foto: dpa

Buenos Aires. Der Sohn des einst mächtigsten Drogenbosses der Welt, Pablo Escobar, rüttelt an der offiziellen Version des Todes seines Vaters, wonach Elitekräfte den Mann erschossen. "Ich habe keinen Zweifel, dass er sich selbst umgebracht hat", sagte Juan Pablo Escobar alias Juan Sebastián Marroquín Santos der Deutschen Presse-Agentur in Buenos Aires.

Dorthin war der Sohn - nach einer Zwischenstation in Mosambik - nach dem Tod Pablo Escobars mit seiner Mutter und Schwester geflüchtet. Am 2. Dezember 1993 war Pablo Escobar bei einer Polizeioperation in Medellín gestorben. Einige Tage zuvor hatte die Familie noch versucht, nach Deutschland zu fliehen.

In seinen letzten Stunden habe Escobar sieben Mal die Familie angerufen, berichtete der Sohn - die Sicherheitskräfte konnten ihn wegen der Anrufe in seinem Versteck orten. "So oft noch seine Familie angerufen zu haben, das deutet klar auf einen Selbstmord hin", sagt der Sohn. Auch forensische Untersuchungen legten nahe, dass Escobar sich selbst erschoss und er nicht von den Einsatzkräften zu Strecke gebracht worden sei. Der heute 39 Jahre alte Sohn veröffentlicht in diesen Tagen ein Buch über die Taten seines Vaters, nachdem er sich dafür mit Tätern und Opfern getroffen hatte.

Seinen Vater beschreibt er als Mann mit zwei Gesichtern, liebevoll und auf gute Manieren bedacht. "Es störte ihn, wenn du nicht "danke" oder "bitte" gesagt hast. Auf der anderen Seite schickte er Leute zum Töten." Nie habe er aber gesagt, dass er seinem Weg folgen solle.