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Kriminologe fordert Hausarrest als Strafe für alte Täter

Symbolbild
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Wiesbaden. Der Wiesbadener Kriminologe Rudolf Egg schlägt im Zusammenhang mit der Aufklärung alter Straftaten eine neue Sanktion für betagte und gebrechliche Täter vor. "Ich könnte mir eine Art Hausarrest für Personen vorstellen, wo wegen der Schwere der Schuld keine völlige Freiheit verantwortbar wäre, aber eben keine große Gefahr besteht", sagt Egg mit Blick auf Täter, bei denen es wegen Alter oder Krankheit keine Fluchtgefahr gibt.

Mit der Strafe, bei der Täter in ihren vier Wänden bleiben müssten, die sie pro Tag etwa nur für eine Stunde verlassen dürften, könnten ansonsten auch haftunfähige Menschen bestraft werden. "Eine älter werdende Gesellschaft muss sich dem Thema stellen", sagte Egg. Aktuell setzten einige Bundesländer dagegen auf eigene Gefängnisse für Über-50-Jährige. Der Hausarrest könnte eine Ergänzung "für ungewöhnliche Personen sein".

Unter anderem dank verbesserter Kriminaltechnik löst die Polizei immer wieder auch oft Jahrzehnte lang offene Taten. Bundesweit gibt es Schätzungen zufolge Hunderte dieser "Cold Cases". In Wolfenbüttel zeichnet sich ein solcher Fall ab: Ein heute 52-Jähriger hatte am Donnerstag, 2. März 2017, gestanden vor 26 Jahren in Bonn eine Frau umgebracht zu haben.